Champ Car

Champ Car ist allgemein die Bezeichnung für US-Formel-Rennwagen, mit denen die Meisterschaft des American Championship Car Racing ausgetragen wird, die 1916 eingeführt wurde. Die im Indianapolis 500 seit 1908 zum Einsatz kommenden Wagen werden als Indy Car bezeichnet.

Bis in die 1990er Jahre waren die Begriffe größtenteils austauschbar, doch dann kam es zum Bruch zwischen den Championship Auto Racing Teams bzw. deren 1979 eingeführter CART-Serie sowie dem Veranstalter des Indy-500-Rennens, der schließlich seine eigene Konkurrenz-Rennserie aufbaute. Nachdem das Markenzeichen IndyCar noch bis 2002 an die CART-Serie lizenziert war, übernahm es 2003 die IndyCar Series. Die CART-Serie betonte den Begriff Champ Car bis einschließlich 2007 in der Champ Car World Series, bis es Anfang 2008 zur Auflösung bzw. zur Eingliederung in die IndyCar Series kam.

Der Ursprung der heutigen Champ Car-Rennserie ist die AAA National Championship, die die American Automobile Association (AAA) ab 1909 veranstaltet. Die Rennen waren zu Beginn jedoch noch keine zusammenhängende Meisterschaft, sondern eine Serie von eigenständigen Rennen unter der Kontrolle der AAA. Die Meistertitel wurden daher auch erst später, nachträglich, verliehen. Eine offizielle AAA Meisterschafts-Serie gab es erst nach dem Ersten Weltkrieg. Die Rennserie gab schließlich auch den Rennwagen ihren Namen: erst Championship Cars und später kurz „Champ Cars“.

1911 fand das erste Indianapolis 500-Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway (IMS) statt. Heute ist dieses Rennen mit bis zu 300.000 Zuschauern am Renntag das größte Motorsportspektakel Amerikas und das größte Eintagessportereignis der Welt. Die späteren Inhaber sollen die Geschichte der Champ Car-Rennserie noch erheblich beeinflussen.

Die Geschichte der Rennserie nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch Streitereien von Verbänden und Interessengruppen und damit erheblichen Diskontinuitäten geprägt.

Ab 1956 erlangte der United States Auto Club (USAC) die Kontrolle über die Rennserie und löste die AAA ab. Die AAA hatte nach einem schweren Unfall mit über 80 Toten in Le Mans die Organisation von Autorennen beendet.

Ab den 1960er-Jahren setzt sich für die Autos die Bezeichnung „Indy Cars“, bedingt durch die enorme Bedeutung des Indy-500-Rennens, durch. Diesen Namen sollen die Autos bis 1995 behalten.

Aufgrund der Unzufriedenheit über die Sicherheitspolitik und dem Management des USAC schlossen sich 1978 viele Teams und Fahrer zur CART (Championship Auto Racing Teams) unter der Führung der Teamchefs Roger Penske und Pat Patrick zusammen. Das erste Rennen unter Führung der CART und mit ihren Regularien wurde am 11. März 1979 in Phoenix ausgetragen. Vierzehn Rennen inklusive der Indy 500 werden von der CART ausgetragen, die USAC kann noch sieben Rennen für sich beanspruchen. Als Kontrollorgan tritt nun der Sports Car Club of America (SCCA) auf. Bis 1981 werden Rennen in der Rennserie von beiden Vereinigungen ausgetragen. Im April 1980 wurde die Championship Racing League (CRL) gegründet, um die CART und den USAC im Interesse der Rennserie zusammenzubringen. Doch die Streitigkeiten fanden kein Ende und bereits im Juli trat der USAC auf Drängen der Geschäftsleitung des Indianapolis Motor Speedway aus der CRL aus. Die CRL war damit gescheitert. 1981 war das Indy 500 das einzige vom USAC durchgeführte Rennen in der Champ Car-Serie und die CART konnte die Führung nun völlig übernehmen (der USAC richtete das Indy 500 jedoch noch bis 1995 aus). Bereits im November 1979 wurde die Rennserie nach der Akquise des Sponsors PPG in PPG IndyCar World Series umbenannt. Der Begriff „World Series“ war jedoch ziemlich euphemistisch, da nur Rennen in den USA, Kanada und Mexiko veranstaltet wurden.

1990 expandiert die Serie an die Goldküste Australiens, 1996 sollten Rio de Janeiro in Brasilien, 1998 der Twin Ring Motegi in Japan hinzukommen. Am 15. September 2001 wird das American Memorial (ursprünglich unter dem Namen „German 500“ geplant und 2003 auch so gefahren) auf dem Lausitzring sowie eine Woche später das Rockingham 500 km in England gefahren, womit die Serie seit dem Rennen in Brands Hatch 1979 erneut auf europäischem Boden gastierte.

Im November 1991 schlug Tony George, Präsident des Indianapolis Motor Speedway (IMS) für die IndyCar-Serie eine neue Struktur mit der Gründung eines neuen Dachunternehmens, der Indy Car Inc. vor. Die CART lehnte dies ab. Im Februar 1992 lizenzierte die CART den Namen „IndyCar“ vom IMS, während George die Indy Car Inc. gründet. Diese beiden Vorgänge sollten der CART in Zukunft noch erhebliche Probleme bereiten. In den folgenden Jahren wächst der Unmut beim Indianapolis Motor Speedway. Das Unternehmen beklagt die zurückgehende Bedeutung der 500 Meilen von Indianapolis in der IndyCar (CART)-Serie. Im März 1994 kündigt George an, eine Konkurrenzserie zur PPG IndyCar World Series zu gründen: die Indy Racing League (IRL). Die CART protestiert erfolglos gegen das Vorhaben. Im September 1995 formiert sich die Konkurrenzserie, während die meisten IndyCar (CART)-Teams die Teilnahme an der Indy Racing League ablehnen. Im Januar 1996 veranstaltet die IRL unter Kontrolle des USAC ihr erstes Rennen in Orlando. Das wichtigste Rennen der Saison, das Indy 500, findet seit diesem Jahr nicht mehr in der PPG IndyCar World Series, sondern in der IRL statt. CART beschließt, zum selben Termin ein Konkurrenzrennen in Michigan

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, die U.S. 500 auszurichten.

Im Dezember 1996 verlor CART nach einer Markenrechtsklage des IMS die Rechte an der Bezeichnung „IndyCar“. Der IMS musste aber zustimmen, die Bezeichnung für sechs Jahre (also bis Ende 2002) nicht zu verwenden. Die Serie wurde daraufhin in PPG CART World Series umbenannt. Im Dezember 1997 wurde Federal Express neuer Hauptsponsor der CART. Die Serie wurde erneut umbenannt und firmierte ab Dezember 1997 unter dem Namen FedEx Championship Series. Die Autos wurden nun auch wieder offiziell als Champ Cars bezeichnet. Mehrere Gespräche, die beiden konkurrierenden Serien zusammenzuführen, scheiterten. Die Bedeutung der Ovalrennen in der Rennserie sank durch die Konkurrenz der IRL sehr stark, doch die Rennen auf den anderen Rennstrecken bleiben erfolgreich. Seit Anfang 2003 heißt die Indy Racing League nach Ablauf des Namensverzichts offiziell Indy Racing League IndyCar Series. Die CART nahm daraufhin eine erneute Namensänderung in Bridgestone presents The Champ Car World Series Powered by Ford vor, um die Bedeutung der Champ Cars zu betonen. Der Namenszusatz Powered by Ford rührte daher, dass alle anderen Motorenlieferanten (Mercedes-Benz, Honda, Toyota) die Serie verlassen hatten und man so aus der Not eine Tugend machte, indem man Ford als einer der beiden Seriensponsoren gewinnen konnte. Die CART hat nach der Gründung der IRL stark zu kämpfen.

Viele Teams verließen insbesondere wegen der Attraktivität der Indy 500 die Championship-Serie in Richtung IRL IndyCar-Serie. Doch auch der IRL IndyCar-Serie ging es kaum besser: die Eintrittskarten werden verschenkt und die TV-Quoten liegen am Boden. 2003 hatte die Rennserie Schwierigkeiten das traditionelle Feld von 33 Fahrern beim Indy 500 aufzustellen. Durch die Gründung der Konkurrenzserie bei einem ohnehin engen Markt manövrierte Tony George vom IMS den US-Formel-Rennsport in eine handfeste Krise. Als Folge der geteilten und immer kleineren Starterfelder, aber auch durch das enorme Wachstum der Tourenwagen-Rennserie NASCAR Winston Cup (seit 2008 Sprint Cup), versank er in den letzten Jahren nahezu in der Bedeutungslosigkeit. Viele Rennen, egal ob Champ Car- oder Indy Car-Serie (bis auf die Indy 500) finden inzwischen ohne TV-Übertragung und oft vor leeren Tribünen statt. Ende 2003 musste die CART Konkurs anmelden. Eine Gruppe von Teameigentümern kauft als Open Wheel Racing Series (OWRS) die Mehrheit der CART und führt die Champ Car World Series weiter. Mit dem Rückzug von Pat Patrick kurz vor Saisonbeginn 2005 war zum ersten Mal keiner der CART-Gründer mehr in der Champ-Car-Serie tätig. Den damit verbundenen extremen Einsparungen sind auch viele der traditionellen Rennen zum Opfer gefallen und die Rennen in Europa langfristig gestrichen.

2007 wurden wieder Rennen in Europa (Zolder & Assen) und Australien ausgetragen. Durch die massiven Einsparungen wähnte sich die Champ-Car-Serie wieder in einem Aufwärtstrend. Aber aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten beider Serien fanden sich 2008 Tony George und Kevin Kalkoven, einer der Champ-Car-Besitzer, erneut zu Diskussionen über eine Vereinigung der Champ Car World Series und der IndyCar Series zusammen

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. Im Frühjahr 2008 fusionierten die beiden Serien. Bei diesem Zusammenschluss ging die ChampCar in die Indy Racing League auf.

Champ Cars blieben Champ Cars trotz ständig wechselnder Bezeichnungen der Rennserie:

Champ Car-Rennwagen verfügen seit 1969 über einen Turbomotor mit 2,65 Litern Hubraum. Zunächst war der Offenhauser-Vierzylinder üblich, später waren es in der Regel 8 Zylinder in V-Form, wobei jedoch vor allem bis Anfang der 1980er-Jahre auch Vierzylinder und V6 eingesetzt wurden. Der Ladedruck hat aber mit den Jahren immer stärker abgenommen (von mehr als 50 psi Anfang der achtziger Jahre bis 35 psi), um die Motorleistung (zuletzt ca. 720 PS) zu begrenzen (ca. 1200 PS wären mit Originalreglement möglich). Den Maßstab setzt deswegen ein 900 PS starker Honda V8 aus dem Jahr 1997. In der Formel 1 hingegen waren Turbomotoren in den 1980er Jahren der Standard, wurden aber zur Saison 1989 von der FIA verboten und erst zur Saison 2014 wieder eingeführt

Als Treibstoff wird Methanol verwendet, welcher sich im Gegensatz zu Benzin mit Wasser sehr gut löschen lässt. Manchmal kommt es beim Auftanken zur Entzündung des Kraftstoffs, der im Gegensatz zu Benzin mit unsichtbarer Flamme brennt, weswegen nach dem Tanken auf Verdacht Wasser auf den Wagen gespritzt wird. Dieser Treibstoffwechsel wurde nach schweren Feuerunfällen der 1960er Jahre vorgeschrieben. Methanol hat im Vergleich zu Benzin eine höhere Klopffestigkeit, ist somit für Turbomotoren gut geeignet, und weniger leicht brennbar. Im Unterschied zur Formel 1 werden die Rennen seit den 1960er Jahren ununterbrochen auf Slick-Reifen gefahren.

Aufgrund einer konservativen bzw. kostensparenden Haltung der Organisatoren werden technische Änderungen, die nicht der Sicherheit dienen, nahezu grundsätzlich abgelehnt. Das Getriebe wurde noch bis in die Saison 2006 mit einem Ganghebel manuell betätigt, nicht wie schon lange in der Formel 1 üblich per Knopfdruck am Lenkrad pneumatisch bzw. hydraulisch. Das Bremsen der technischen Entwicklung sorgt so für relativ wenig technische Defekte. Durch viele Einheitsteile (insbesondere das Chassis) und Einheitszulieferer werden die Kosten niedrig gehalten. Da in den USA die Aktion auf der Strecke als wichtiger angesehen wird als Boxenstoppstrategien, achtet man darauf, dass das Feld eng zusammen liegt. Zwischenfälle werden wesentlich schneller als im europäischen Rennsport für eine zeitweise Neutralisierung des Rennens genutzt, die das Feld wieder zusammenführt.

Der zuletzt genutzte einheitliche Fahrzeugtyp Panoz DP01 hat eine Leistung von 750 PS, beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,4 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit um die 380 km/h. Zudem besitzen die Fahrzeuge einen „Turboboost“, der es dem Fahrer während eines Rennens ermöglicht, für genau 60 Sekunden ca. 20 PS mehr Leistung abzurufen.

Durch das Einheitsauto und den Turboboost waren die Rennen der Champ-Car meist spannend und eng.

Im Gegensatz zu F1-Fahrern mussten sich Champ-Car-Piloten grundsätzlich auf fünf verschiedene Typen von Rennstrecken einstellen. Hierzu zählten permanente (Straßen-)Rennstrecken, temporäre Stadtkurse, Flugplatzkurse, kleinere bis mittelgroße Ovalkurse, sowie letztlich die oft gefürchteten Superspeedways, Ovale mit meist stark überhöhten Kurven und einer Streckenlänge von mindestens zwei Meilen.

Für alle diese Aufgaben genügten zwei unterschiedliche Chassisversionen, welche sich beinahe ausschließlich aerodynamisch voneinander unterschieden: ein unmodifiziertes Chassis und ein so genanntes Speedwaykit. Letzteres wurde mit extrem kleinen Flügeln (den so genannten Speedwaywings), Seitenkästen mit anders positionierten Luftauslässen und Kohlefaserbremsscheiben für den Einsatz im Superspeedway ausgestattet. Ab 1998 wurde im Übrigen das so genannte Hanford Device, ein spezieller Heckflügel, bei allen Superspeedway Events vorgeschrieben, da hierdurch einerseits sehr hohe Geschwindigkeiten (rund 400 km/h) vermieden wurden und andererseits ein dicht gepacktes Feld von Fahrzeugen für Hochspannung sorgte, denn der Flügel verursacht einen Unterdruck hinter dem Fahrzeug, der als extremer Windschatten diente.

In der letzten Saison 2007 fuhr die Champ Car World Series allerdings nicht mehr auf Ovalen, sondern überließ dieses Feld der IndyCar Series. Es wurde zwar noch bei der Vorstellung des Panoz-Champ-Cars für die Saison 2007 betont, dass das Oval-Erbe nicht aufgegeben werden solle, allerdings war es immer schwieriger geworden, Champ-Car-Rennen auf Ovalen gegen die Konkurrenz von NASCAR und IRL zu vermarkten.

AAA-Saison: 1916 | 1920 | 1921 | 1922 | 1923 | 1924 | 1925 | 1926 | 1927 | 1928 | 1929 | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | 1940 | 1941 | 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955

USAC-Saison: 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979

CART-Saison: 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003

Champ-Car-Saison: 2004 | 2005 | 2006 | 2007

Clermontia multiflora

Clermontia multiflora (englischer Name: Waiheʻe Clermontia) ist eine ausgestorbene hawaiische Pflanzenart aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae), die nur von Maui und Oʻahu bekannt ist.

Clermontia multiflora war ein verzweigter Strauch, der eine Wuchshöhe von 2 bis 4&nbsp

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;m erreichte. Die elliptischen Laubblätter waren breit und unbehaart, die Blattränder waren schwielig-feingekerbt. Die Länge der Blattspreite betrug 10 bis 12,5 cm, die Breite 2,5 bis 3

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,2 cm. Die Blattspitze war zugespitzt, der Blattgrund keilförmig. Die Blattstiele waren 4 bis 7,5 cm lang. Der Blütenstand bestand aus sieben bis zehn Einzelblüten. Die Blütenstandsstiele und die Blütenstiele waren 10 bis 18 mm lang. Der verkehrt-kegelförmige Blütenbecher war 7 bis 8 mm lang und genauso breit. Die violette, unbehaarte Blütenhülle war 24 mm bis 32 mm lang und 5 bis 6 mm breit. Die Kronenröhre war halbaufrecht. Die Stempelsäule und die violetten Staubblätter waren unbehaart. Die Früchte waren Beeren von unbekannter Größe und Farbe.

Clermontia multiflora wuchs in feuchten Wäldern von Waiheʻe im westlichen Maui und in der Gegend von Wailupe in den Koʻolau Mountains auf Oʻahu.

Lebensraumumwandlung in Verbindung mit der Überweidung durch Rinderherden, die landwirtschaftliche Nutzung und die Urbanisierung sind die Hauptgründe für das Verschwinden von Clermontia multiflora. Die Konkurrenz mit invasiven Pflanzen hat vermutlich ebenfalls zur Ausrottung der Art beigetragen. Alle Kollektionen stammen aus dem Jahr 1870 und seither wurde diese Pflanzenart nicht mehr nachgewiesen.

Joseph Avenol

Joseph Louis Anne Avenol KBE (* 9. Juni 1879 in Melle, Frankreich; † 2. September 1951 in Duillier, Schweiz) war ein französischer Politiker und Diplomat. Er war von 1933 bis 1940 Generalsekretär des Völkerbundes. Avenol sah sich wegen seiner Politik, die teilweise eher den vermeintlichen Interessen seiner Heimat Frankreich denn denen des Genfer Bundes zu dienen bestimmt war, oft starker Kritik ausgesetzt. Zudem wird ihm eine zu große Nähe zu den Achsenmächten und dem Vichy-Regime vorgeworfen.

Avenol, der aus einer bürgerlichen katholischen Familie stammte, arbeitete seit 1905 als Finanzinspektor für das französische Finanzministerium und erhielt 1910 den begehrten Posten als Generalinspektor der Finanzen. Während des Ersten Weltkriegs war er ab 1916 Delegierter für Finanzfragen bei der französischen Botschaft in London. Zugleich diente er als Repräsentant Frankreichs im Inter-Allied Food Council sowie in der Inter-Allied Commission for Reconstruction. Nach dem Kriegsende wurde er 1919 in den ständigen Ausschuss des Supreme Economic Council entsandt

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. Nach dem Friedensvertrag mit Deutschland wurde er Mitglied der Wirtschafts- und Finanzorganisation des Völkerbundes und vertrat Frankreich auf mehreren internationalen Konferenzen. 1922 wurde er als Finanzexperte zum Völkerbund nach Genf entsandt und wurde Anfang 1923 ohne größere politische Erfahrung als Nachfolger Jean Monnets stellvertretender Generalsekretär des Völkerbundes

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, um in dieser Funktion die Finanzen der Organisation zu kontrollieren. Er spielte eine größere Rolle beim ökonomischen Wiederaufbau Mittel- und Osteuropas und wurde 1928/29 auch in einer Mission nach China entsandt.

Im Jahr 1932 zeichnete sich ab, dass der seit der Gründung des Genfer Bundes amtierende Generalsekretär, der Schotte Eric Drummond, nicht mehr für eine Verlängerung seiner Amtszeit kandidieren wollte. Obwohl Drummond bei den kleineren neutralen Mitgliedern nach einem Nachfolger suchte, um Avenol zu verhindern, konnte Frankreich dessen Wahl durchsetzen. Dies gelang zum einen wegen einer Geheimabsprache im Jahr 1920 zwischen London und Paris, die im Austausch für die Unterstützung der Kandidatur Drummonds in diesem Jahr einen Franzosen als dessen Nachfolger festsetzte. Zum anderen sicherte sich Avenol der Unterstützung der vier anderen Großmächte, die zu diesem Zeitpunkt Mitglied des Völkerbundes waren, indem er zusagte, vier der fünf wichtigsten Posten in der Verwaltung des Bundes mit Beamten aus Italien, Japan, dem Vereinigten Königreich und Deutschland zu besetzen.

Avenol übernahm das Amt zu einem Zeitpunkt, in dem der Völkerbund stark unter Druck stand. Wenige Monate zuvor war Japan wegen der Verurteilung der japanischen Invasion Nord-Chinas während der Mandschurei-Krise durch die Genfer Liga ausgetreten, während sich in Deutschland das völkerbundfeindliche Nazi-Regime durchsetzte und ebenfalls – innerhalb eines halben Jahres nach Avenols Amtsantritt – den Austritt aus der Liga erklären sollte.

Während der Krise in der Mandschurei zeigte sich erstmals die weitestgehende Machtlosigkeit des Völkerbundes, gegen Verstöße gegen seine Grundsätze wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Eindruck der Machtlosigkeit wurde später durch Avenols Unfähig- und Unwilligkeit, die Rechte der Bundes und seiner Mitglieder zu schützen, bekräftigt.

Dies zeigte sich erstmals zu Beginn des Krieges Italiens gegen das Kaiserreich Abessinien (das heutige Äthiopien), beides Mitglieder des Völkerbundes, 1935, als Avenol versuchte, den Völkerbund offiziell neutral zu halten. Er zeigte sich aber der Errichtung eines italienischen Protektorats über Äthiopien gegenüber offen, offiziell, weil das ostafrikanische Kaiserreich die Sklaverei noch tolerierte, tatsächlich aber, weil er einen Völkerbundaustritt Italiens nach dem Vorbild Japans und Deutschlands fürchtete und er Italien als möglichen Verbündeten Frankreichs nicht isolieren sowie zu den Deutschen treiben wollte. Erst starke Proteste der kleineren Völkerbundmitglieder, an deren Spitze sich die UdSSR setzte, führten zu zaghaften und letztlich wirkungslosen wirtschaftlichen Sanktionen. Mit der Annexion Äthiopiens durch Italien im Sommer 1936 verlor der Völkerbund seine letzte moralische Autorität. Der Austritt Italiens erfolgte trotzdem Ende 1937.

Später sorgte Avenol dafür, dass der Völkerbund auf die Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich lediglich mit der Streichung Österreichs von der Mitgliederliste sowie der Entlassung österreichischer Völkerbundmitarbeiter reagierte

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. Der deutsche Angriff auf Polen sowie auf das Mandatsgebiet Danzig wurden hingenommen und nicht einmal offiziell von den Gremien des Bundes behandelt.

Noch vor dem Sieg der deutschen Wehrmacht in Frankreich begann Avenol, massiv Personal zu entlassen; unmittelbar nach dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 entließ er die restlichen britischen Mitarbeiter des Bundes und richtete eine Ergebenheitsadresse an das Vichy-Regime unter Henri Philippe Pétain, dem er seinen Rücktritt anbot.

Avenol blieb nach der Niederlage Frankreichs im Westfeldzug 1940 noch bis Ende August 1940 im Amt, das er in seinem Rücktrittsgesuch als überholt und nunmehr nicht mehr benötigt beschrieb. Er gab zudem an, dass sein späterer Nachfolger, der Ire Seán Lester, den Völkerbund bereits seit Ende Juli 1940 faktisch leitete. Avenol ging nach seinem Rücktritt nach Vichy, um sich dem dortigen Regime anzudienen.

Silvester 1943 musste er jedoch aus Furcht vor einer Verhaftung durch deutsche Truppen zurück in die Schweiz fliehen. Als Kollaborateur konnte er nach Ende der deutschen Besatzung nicht nach Frankreich heimkehren, sondern verblieb im Schweizer Exil, wo er im April 1946 die Selbstauflösung der Genfer Liga erlebte. Avenol starb schließlich im Spätsommer 1951 an einem Herzinfarkt.

James Eric Drummond | Joseph Avenol | Seán Lester

Eddy Louiss

Eddy Louiss (* 2. Mai 1941 in Paris als Édouard Louise; † 30. Juni 2015 in Poitiers, Poitou-Charentes) war ein französischer Jazz-Pianist und -Organist. Mit sicherem Gespür konnte er in seinem Orgelspiel rhythmische Spannungsbögen auch über lange Notenwerte hinweg halten.

Eddy Louiss stammt aus einer musikalischen Familie: Seine Mutter, eine Pianistin, führte ihn in die klassische Musik ein, sein Vater, ein Trompeter aus Martinique, machte ihn mit der Musik der Karibik und dem Jazz vertraut. Er lernte durch seine Eltern das Trompete- und Klavierspiel und spielte als Jugendlicher in der Band seines Vaters, dann in einer Teenagerband. Er studierte am Pariser Konservatorium und spielte in den 1960er-Jahren nebenbei in verschiedenen Pariser Jazzclubs; als Sänger war er (neben Mimi Perrin, Roger Guérin, Ward Swingle und Christiane Legrand) bis 1963 Mitglied der Gruppe Double Six, die er auf einer Kanada-Tournee auch erstmals auf der Orgel begleitete.

Mitte der 1960er Jahre trat Louiss als Organist mit Johnny Griffin, Art Taylor, Dizzy Gillespie und Stan Getz auf und arbeitete auch als Studiomusiker. Ende der 1960er Jahre gehörte er neben Barney Kessel zum Trio von Kenny Clarke. 1970 konzertierte er in Japan mit Albert Mangelsdorff und John Surman. Auch arbeitete er mit Jean-Claude Naude und mit Stéphane Grappelli zusammen und spielte mit Stan Getz, Gitarrist René Thomas und Schlagzeuger Bernard Lubat das auch vom Repertoire her ungewöhnliche Album Dynasty (1971) ein. Nach zweijährigen Studien an der Elfenbeinküste und fast vierjähriger Konzertabstinenz gab er im Dezember 1979 wieder ein Konzert in Paris. In den 1980er Jahren tourte er mit der eigenen Bigband Multicolor Feeling durch Europa

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. Mitte der 1990er Jahre arbeitete er im Duo mit Michel Petrucciani; 2001 spielte er mit Richard Galliano das Album Face to Face ein.

1964 erhielt er den Prix Django Reinhardt. 1968 und 1971 bis 1974 wurde er im Kritikerpoll des Down Beat als der Organist genannt, dessen Talent mehr zu beachten sei; 1971/72, 1974 und 1980 wählten ihn die Leser der internationalen Zeitschrift Jazz Forum zum besten europäischen Organisten.

Winter-Paralympics 2010/Teilnehmer (Deutschland)

Deutschland schickte bei den Winter-Paralympics 2010 in Vancouver sechs Athletinnen und vierzehn Athleten an den Start. Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier war der nordische Skilangläufer und Biathlet Frank Höfle .

Erfolgreichste Athleten waren Verena Bentele (5 Goldmedaillen), Gerd Schönfelder (4x Gold, 1x Silber), Martin Braxenthaler (3x Gold, 1x Silber) und Wilhelm Brem (1x Gold).

Für besonders erfolgreiche Sportler wurden durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe – wie auch bereits bei Spielen zuvor – Erfolgsprämien für die Plätze eins bis acht ausgelobt.

Keine deutschen Teilnehmer.

Damen:

Herren:

Damen:

Herren:

Andorra | Argentinien | Armenien | Australien | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Chile | China | Dänemark | Deutschland&nbsp

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;| Finnland | Frankreich&nbsp

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;| Griechenland | Iran | Island | Italien | Japan | Kanada | Kasachstan | Kroatien | Mexiko | Mongolei | Neuseeland | Niederlande | Norwegen | Österreich | Polen | Rumänien | Russland | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Südafrika | Südkorea | Tschechien&nbsp

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;| Ukraine | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich | Weißrussland

Berliner Morgenpost

Die Berliner Morgenpost ist eine Berliner Tageszeitung der Funke Mediengruppe. Sie wurde 1898 gegründet und erscheint von Montag bis Sonntag. Chefredakteur ist Carsten Erdmann. Die verkaufte Auflage beträgt 83.468 Exemplare, ein Minus von 53

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,7 Prozent seit 1998. Die Berliner Morgenpost erreicht damit im Durchschnitt 280.000 Leser.

Die erste Ausgabe erschien am 20. September 1898. Ihr Gründer und Verleger war Leopold Ullstein.

Nach der „Machtergreifung“ des NS-Regimes ab dem 30. Januar 1933 wurde der Ullstein-Verlag schrittweise „arisiert“ und 1937 in Deutscher Verlag umbenannt. Zwar erschien die Berliner Morgenpost weiter, doch nun de facto als ein Organ des Nazi-Pressetrusts Franz Eher Nachf. München, des Zentralverlages der NSDAP. Zahlreiche jüdische Mitarbeiter von Verlag und Redaktion der Berliner Morgenpost wurden entlassen und verfolgt, in die Emigration getrieben oder deportiert und ermordet. Stellvertretend für sie alle genannt seien Paul Hildebrandt (1870–1948) mcm taschen sale, der von 1943 bis 1945 im KZ Buchenwald eingekerkert war, und Elise Münzer (1869–1942), die im Vernichtungslager Maly Trostinez umgebracht wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Berliner Lokal-Anzeiger mit der Berliner Morgenpost vereinigt.

Nach der Niederlage des Deutschen Reichs wurde das Weitererscheinen 1945 vom Alliierten Kontrollrat verboten, bis die Berliner Morgenpost im September 1952 von Rudolf Ullstein, einem Sohn des Verlagsgründers, im wiederhergestellten Ullstein-Verlag neu herausgebracht wurde. Der Verlag wurde schrittweise 1956 bis 1959 von Axel Springer übernommen.

Die Traditionszeitung bietet neben ihrer überregionalen Berichterstattung einen großen Regionalteil. Darüber hinaus hat die Berliner Morgenpost den größten Immobilien- und Stellenmarkt unter Berlins Tageszeitungen sowie einen umfangreichen Automarkt. Samstags liegt der Zeitung seit 2006 die Berliner Kinderpost bei. Am Sonntag erscheint die Berliner Morgenpost mit der traditionsreichen Berliner Illustrirten Zeitung. Seit September 2008 erscheint zudem jeden Sonnabend Berliner Morgenpost Wochenend-Extra, eine Wochenzeitung in Millionenauflage, die kostenlos an die Berliner Haushalte verteilt wird.

Im Jahr 2006 wurde eine Gemeinschaftsredaktion der bundesweiten Tageszeitung Die Welt und deren Sonntagsausgabe Welt am Sonntag mit der Berliner Morgenpost eingerichtet, die im Axel-Springer-Hochhaus in der Berliner Kochstraße (heute: Rudi-Dutschke-Straße) zuhause war.

Am 26. Oktober 2012 gab der Verlag Axel Springer bekannt, dass auch das Hamburger Abendblatt von dieser Gemeinschaftsredaktion beliefert werden sollte. In Hamburg blieb dann seit Ende 2012 nur noch eine Abendblatt-Lokalredaktion bestehen.

Zum 1. Mai 2014 übertrug der Axel-Springer-Verlag die Zeitung an die Funke Mediengruppe.

Zwar zog die Berliner Morgenpost bald aus dem Axel-Springer-Haus um in eigene Räume am Kurfürstendamm, aber die Gemeinschaftsredaktion mit Welt und Welt am Sonntag blieb zunächst erhalten. Erst Ende 2014 wurde der Content-Liefervertrag zum 30. April 2015 gekündigt. Inzwischen hat die Funke Mediengruppe ihre eigene Funke Zentralredaktion Berlin eingerichtet, die die Zeitungen der Gruppe mit zentralen Inhalten beliefert, außer – derzeit – der Braunschweiger Zeitung und den Funke-Blättern in Thüringen.

Die bundesweite Anzeigenvermarktung von Welt und Funke-Tageszeitungen wurde im Juni 2015 vom Bundeskartellamt genehmigt.

Die Berliner Morgenpost hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 53,7 Prozent gesunken. Sie beträgt gegenwärtig 83.468&nbsp

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;Exemplare. Das entspricht einem Rückgang von 96.951 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 67,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage

Bisherige Chefredakteure der Berliner Morgenpost (ab 1952):

Funke Zentralredaktion Berlin

Tageszeitungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung | Neue Ruhr Zeitung | Westfalenpost | Westfälische Rundschau | Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung | Kevelaerer Blatt | Thüringer Allgemeine | Ostthüringer Zeitung | Thüringische Landeszeitung | Braunschweiger Zeitung | Berliner Morgenpost | Hamburger Abendblatt | Kronen Zeitung | Kurier

Wochenzeitungen: Borbecker Nachrichten | Werdener Nachrichten

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Verlage: Klartext-Verlag

Gelblicher Fliegenkäfer

Gelblicher Fliegenkäfer (Malthinus flaveolus)

Der Gelbliche Fliegenkäfer (Malthinus flaveolus) ist ein Käfer aus der Familie der Weichkäfer (Cantharidae).

Die Käfer erreichen eine Körperlänge von 5 bis 6,5 Millimetern und haben einen schmalen Körperbau. Ihr Kopf ist bis auf den grell gelben vorderen Teil dunkelbraun gefärbt, die Facettenaugen sind verhältnismäßig sehr groß und treten deutlich hervor, sodass der Kopf dadurch breiter ist als der Halsschild

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. Dieser ist ebenso wie die Beine gelblich gefärbt, darüber hinaus fein hell behaart und nur wenig breiter als lang. Die Weibchen können auf dem Halsschild in der Mitte zwei schwarze längliche Flecken haben

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, die auch zusammenwachsen können und den Halsschild dann dominieren. Solche dunklen Bereiche können sich auch auf den Deckflügeln (Elytren) befinden. Die Elytren sind verkürzt und verdecken sowohl den Hinterleib als auch die darunter liegenden Flügel nicht komplett

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, sind gelblich braun gefärbt und haben je eine grell gelbe Spitze. Deren gelbe Färbung kann aber bei manchen Individuen auch fehlen. Die ersten beiden Glieder der Fühler sind gelb, die restlichen schwarz.

Die Art kommt in Europa, nördlich bis in die Mitte Skandinaviens und auch auf den Britischen Inseln vor. Sie ist stellenweise häufig und an Waldrändern und am Rande von Wiesen, vom Flachland bis ins flache Bergland zu finden.

Nanette Jacomijn Snoep

Nanette Jacomijn Snoep (* 1971 in Utrecht) ist eine niederländische Anthropologin und Kulturmanagerin.

Nanette Snoep studierte in Paris Anthropologie und Kulturmanagement und arbeitete im Anschluss an der Universität Paris Ouest Nanterre La Défense und der École du Louvre als Lehrbeauftragte

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. Ab 1999 übernahm sie den Aufbau des Musée du quai Branly in Paris, welches 2006 eröffnet wurde. Bereits 2005 war sie zur Leiterin der historischen Abteilung dieses Museums berufen worden und damit für die Pflege und digitale Inventarisierung der ca. 300000 Exponate verantwortlich. In Abweichung von gängigen Ausstellungskonzepten ethnologischer Museen werden hier die Exponate bewusst nach künstlerischen statt nach ethnologischen Gesichtspunkten gezeigt. Für das Museum entwickelte sie 2011 als Kuratorin gemeinsam mit dem farbigen Fußballspieler Lilian Thuram die international beachtete Schau Exhibitions – l’invention du sauvage („Menschenzoos – die Erfindung des Wilden“). Diese zeigte völkerkundliche Exponate aus über 200 Museen weltweit und setzte sich kritisch mit der Tradition der Völkerschauen und der europäischen Sichtweise auf fremde Kulturen auseinander. Die Ausstellung wurde mit dem renommierten französischen Kulturpreis „Globe de Cristal“ ausgezeichnet. 2012 folgte eine ebenfalls von ihr erarbeitete Wanderausstellung „Les Maîtres du désordre“ („Narren. Künstler. Heilige. Lob der Torheit“), welche in Paris

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, Bonn und Madrid zu sehen war. Außerdem plante sie die Einrichtung der neuen Dauerausstellung für das 2014 in Straßburg eröffnete Vodoo-Museum des privaten Sammlers Marc Arbogast.

Am 17. September 2014 gaben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bekannt, dass Snoep mit Wirkung zum 1. Januar 2015 zur neuen Leiterin der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsens berufen wurde

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, zu denen neben dem Dresdner Museum für Völkerkunde auch das Museum für Völkerkunde zu Leipzig und das Völkerkundemuseum Herrnhut gehört.

John Pegram (Politiker)

John Pegram (* 16. November 1773 im Dinwiddie County, Virginia; † 8. April 1831 ebenda) war ein US-amerikanischer Politiker. In den Jahren 1818 und 1819 vertrat er den Bundesstaat Virginia im US-Repräsentantenhaus.

John Pegram wurde auf dem Anwesen Bonneville im Dinwiddie County geboren. Er besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat und bekleidete danach einige lokale Ämter. Gleichzeitig schlug er als Mitglied der Demokratisch-Republikanischen Partei eine politische Laufbahn ein. Zwischen 1797 und 1801 sowie nochmals von 1813 bis 1815 saß er im Abgeordnetenhaus von Virginia. Außerdem war er in den Jahren 1804 bis 1808 Mitglied des Staatssenats. Während des Britisch-Amerikanischen Kriegs von 1812 fungierte Pegram als Generalmajor der Staatsmiliz von Virginia.

Nach dem Tod des Abgeordneten Peterson Goodwyn wurde Pegram bei der fälligen Nachwahl für den 19. Sitz von Virginia als dessen Nachfolger in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 21. April 1818 sein neues Mandat antrat. Bis zum 3. März 1819 konnte er dort die laufende Legislaturperiode beenden. Im April 1821 wurde Pegram zum US Marshal für das östliche Virginia ernannt.

Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Laut seiner Biographie beim Kongress starb er am 8. April 1831 bei einem Schiffsbrand auf dem Ohio River; seine Leiche sei nie gefunden worden. Nach anderen Quellen handelte es sich bei dem Todesopfer auf dem Ohio um seinen Sohn James. Demnach starb John Pegram am 8. April 1831 auf seinem Anwesen im Dinwiddie County und wurde auf der dortigen Familienplantage beigesetzt.

1. Bezirk: A. White | Rutherford | D. Morgan | R. Page | J. Smith | J. Jackson | McKinley | T. Wilson | J. Jackson | Pindall | E. Jackson | T. Newton | Loyall | T. Newton | Loyall | Beirne | Banks | Mallory | Atkinson | Millson | T.H. Bayly | M. Garnett | Segar | Ayer | Critcher | Sener | Douglas | R. Beale | Garrison | Mayo | Garrison | Croxton | Browne | W.A. Jones | S.O. Bland | Robeson | Downing | Trible | Bateman | J. Davis | Wittman • 2. Bezirk: J. Brown | A. Moore | Holmes | Stephenson | Morrow | Stephenson | Baker | F. White | Tate | Colston | Van Swearingen | Stephenson | A. Smith | Trezvant | J.Y. Mason | J. Bouldin | Botts | Cary | Dromgoole | Meade | Millson | Platt | J. Goode | Dezendorf | Libbey | Bowden | Lawson | D. Tyler | Young | R. Wise | Young | R. Wise | Maynard | Holland | Deal | Lankford | Darden | Hamilton | Darden | W.R. Harris | Daughton | Hardy | Whitehurst | Pickett | Schrock | Drake | Nye | Rigell • 3. Bezirk: A. Moore | Neville | G. Jackson | Machir | G. Jackson | J. Smith | H. Tucker | Williams | Archer | N. Claiborne | W. Coles | Beirne | J.W. Jones | W. Coles | Tredway | Flournoy | Averett | Caskie | DeJarnette | Porter | J.A. Smith | G. Walker | J. Johnston | G. Wise | Waddill | G. Wise | Ellett | Lamb | Montague | Satterfield | Gary | Satterfield III | Bliley | B. Scott

4. Bezirk: R. Lee | F. Preston | A. Trigg | Holmes | Swoope | McCoy | Alexander | J. Gholson | W. Coles | Craig | W. Coles | W. Goode | Hubard | Bocock | W. Goode | Pryor | Booker | Stowell | Jorgensen | Hooper | Brady | Gaines | E. Venable&nbsp

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. Garland | H. Nelson | T. Newton | W. Smith I | Maxwell | E. Wilson | H. Wise | Steenrod • 22. Bezirk: Clopton | H. Nelson | Smyth | Estil | Smyth | Draper | C. Johnston | Draper • 23. Bezirk: Clopton | J. Tyler | Stevenson

Lignin

Biopolymer, Copolymer

cremefarbener Feststoff

fest

Lignine (lat. lignum „Holz“) bilden eine Gruppe von phenolischen Makromolekülen, die sich aus verschiedenen Monomerbausteinen zusammensetzen. Es handelt sich um feste Biopolymere, die in die pflanzliche Zellwand eingelagert werden und dadurch die Verholzung der Zelle bewirken (Lignifizierung). Etwa 20 % bis 30 % der Trockenmasse verholzter Pflanzen bestehen aus Ligninen, damit sind sie neben der Cellulose und dem Chitin die häufigsten organischen Verbindungen der Erde. Die Gesamtproduktion der Lignine wird auf etwa 20 Milliarden Tonnen pro Jahr geschätzt.

Da Lignine wesentlich für die Festigkeit von pflanzlichen Geweben sind, ist die Evolution der landlebenden Pflanzen und vor allem der Bäume sehr eng mit der Bildung von Lignin verknüpft. Nur mit Lignin können Pflanzen Festigungselemente ausbilden, welche die Stabilität größerer Pflanzenkörper außerhalb des Wassers gewährleisten – im Wasser sorgt der Auftrieb für die nötige Stabilität.

Lignin hat als Stützmaterial und verhärtetes Polymer eine Reihe von wichtigen Aufgaben für die Pflanze. Lignine sind wesentlich für die Festigkeit von pflanzlichen Geweben, wobei sie vor allem für die Druckfestigkeit von zentraler Bedeutung sind, während die eingelagerten Cellulosefasern die Zugfestigkeit gewährleisten. Es handelt sich also um eine Durchdringung von reißfesten, biegsamen Fasern (Cellulose) mit einem dichten und starren Polymer als Füllmaterial (Lignin). Als Analogien sind auch technische Materialien wie Stahlbeton oder naturfaserverstärkter Kunststoff entsprechend aufgebaut.

Pflanzen ohne Lignin können durch die Cellulose zwar beträchtlichen Zugkräften standhalten, gegenüber Druck sind sie dagegen empfindlich. Ohne Lignin können keine Festigungselemente ausgebildet werden, die bei fehlendem Auftrieb durch das Wasser die Stabilität größerer Pflanzenkörper gewährleisten und entsprechende Tragestrukturen entgegen der Druckwirkung durch die Gewichtskraft aufbauen. Auch die Ausbildung von Verzweigungen und Astsystemen zur Schaffung großer photosynthetisch wirksamer Flächen kann nur durch eine Stabilisierung der Äste erfolgen.

Außerdem dient Lignin als Kittmaterial für den Zellverbund über die Mittellamelle. Es bietet Schutz gegen Eindringen von Wasser in das Zellwandmaterial und hält dieses somit in den Leitgefäßen (Xylem und Phloem) sowie im Innern der Zellen. Weitere Schutzwirkung besteht gegenüber UV-Licht sowie mechanischer Beschädigung und dem Eindringen von Schädlingen. Schließlich kann Lignin nur schwer von Bakterien bzw. Pilzen abgebaut werden und hemmt infolgedessen das Wachstum pathogener Mikroorganismen passiv sowie aktiv durch den Aufbau von Wundlignin in Bereichen mit mechanischer Beschädigung. Eine ähnliche Struktur mit einem analogen Aufbau stellt das Suberin dar, das vor allem in den Zellwänden des Phellems (Kork) vorkommt.

Die Evolution der landlebenden Pflanzen und vor allem der Bäume ist sehr eng mit der Ligninbiosynthese verknüpft. Das Lignin ist entsprechend erst mit dem Auftreten dieser Pflanzen als echtes Lignin anzutreffen, während in ursprünglicheren Pflanzen wie Grünalgen nur die Bausteine oder lignin-ähnliche Polymere vorhanden sind. Die aktuelle Annahme ist, dass Lignin eine Neuentwicklung und damit ein gruppenbegründendes Merkmal (Autapomorphie) der Gefäßpflanzen darstellt. Wahrscheinlich konnte es sich zuerst als Abwehrstoff gegenüber Pilzinfektionen in Form von Wundlignin etablieren und nahm darauf aufbauend die zentrale Funktion als Stabilisationsmaterial ein. 2009 konnte allerdings auch in Rotalgen der Art Calliarthron cheilosporioides Lignin nachgewiesen werden. Dies wirft die Frage auf, ob es entweder konvergent sowohl bei den höheren Pflanzen als auch bei den Rotalgen entstanden ist, oder vielleicht bereits früh in der Entwicklung der Eukaryoten auftauchte und bei anderen Organismen wieder verschwunden ist.

Lignin ist sehr fest bis spröde und hell- bis dunkelbraun gefärbt. Es ist optisch isotrop, UV-Licht wird von dem Material fast vollständig absorbiert, sichtbares Licht zum Teil.

Lignin stellt allerdings keine einheitliche Substanz dar, sondern eine Gruppe von phenolischen Makromolekülen, die sich aus verschiedenen Monomerbausteinen zusammensetzen. Dabei wird durch die Kombination ähnlicher Grundmoleküle eine dicht vernetzte, amorphe Masse aufgebaut. Die Struktur besitzt im Vergleich zu Polysacchariden wesentlich weniger polare Gruppen, wodurch Lignine hydrophob und damit in Wasser und vielen anderen Lösungsmitteln nicht löslich sind. Aus diesem Grund sind sie biologisch wie chemisch schwerer abbaubar als andere natürliche Stoffe.

Lignine sind dreidimensionale und amorphe Netzwerke (Polymere) aus aromatischen Grundbausteinen, die in vielfältiger Form miteinander verknüpft sind. Neben aromatischen Bindungen enthalten sie viele weitere Kohlenstoff-Kohlenstoff-Einfach- und Doppelbindungen, zudem kommen viele phenolische Gruppen vor.

Es handelt sich um höhermolekulare (relative Molekülmasse etwa 5000–10000) Abkömmlinge der Phenylpropanoide, die als Substituenten des Benzolrings neben einer Propankette eine OH- bzw. Hydroxygruppe, ein oder zwei OCH3– bzw. Methoxy- sowie diverse Restketten (Alkoxy- oder Aryloxy-Gruppen) enthalten. Da die Makromoleküle allerdings in alle Raumrichtungen wachsen, wobei besonders die Mittellamellen eine starke Ausdehnung ermöglichen und auch sekundär miteinander verkettet sind, entspricht die Ligninmasse bei einem ausgewachsenen Baum zuletzt wahrscheinlich einem einzigen Lignin-Polymermolekül, dessen Masse dann mehrere Tonnen beträgt.

Abhängig von der Holzart setzt es sich aus Strukturen zusammen, welche auf die Basisbausteine p-Cumarylalkohol, Coniferylalkohol und Sinapylalkohol (Monolignole) zurückzuführen sind (siehe Biosynthese). Da das Lignin in einem radikalischen Prozess entsteht, bei dem die Radikalbildung enzymatisch erfolgt, aber nicht deren Weiterreaktion, sind die Zusammensetzung und die Anteile der einzelnen Bausteine stark variabel; eine gerichtete Verknüpfung nach einem immer gleichen Schema existiert nicht. Neben der Variabilität jedes einzelnen Ligninmoleküls unterscheidet sich zudem das Lignin verschiedener Holz- bzw. Pflanzenarten durch die prozentualen Anteile der Alkohole bzw. den davon abgeleiteten Phenylresten: Nadelholz-Lignin enthält überwiegend Coniferyl-Einheiten (etwa 90 %), die einen Guajacylrest (3-Methoxy-4-hydroxy-phenylrest) besitzen und daher als G-Lignin bezeichnet wird. Laubholzlignin enthält wechselnde Anteile von Guajacylresten und Sinapyl-Elemente, die einen Syringylrest (3,5-Methoxy-4-hydroxy-phenylrest) enthalten. Der Syringylanteil kann zwischen 5 und 65 % betragen, die resultierenden Lignine werden als GS-Lignin bezeichnet. Das Lignin der teilweise verholzten Gräser und anderer Einkeimblättriger zeichnet sich durch einen hohen Anteil von etwa 15 bis 35 % Cumaryl-Elementen aus, die das para-Hydroxy-Phenylpropan bilden und gemeinsam mit einem Syringylanteil in gleicher Höhe und einem Guajacylanteil von 50 bis 70 % die HGS-Lignine bilden. In geringen Mengen werden zudem Zimtsäuren und Zimtaldehyde (die Ausgangsstoffe der Basis-Alkohole) in die Matrix integriert.

In der Analytik sind verschiedene Nachweisreaktionen für Lignin bekannt, die auf dem Aufbau des Stoffes beruhen. Zur Feststellung der Anwesenheit von Lignin kommt es zu einer Rotfärbung durch salzsaure Phloroglucinlösung. Diese Reaktion geht auf die in die Ligninmatrix eingebetteten Zimtaldehyde zurück. Durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Lignine in Nadelhölzern und Laubhölzern kann durch die unterschiedliche Färbung, die mit diesem Nachweis erreicht wird, zwischen den beiden Holztypen unterschieden werden. Nadelhölzer färben sich hierbei kirschrot, Laubhölzer rotviolett. Außerdem ist eine Gelbfärbung mit Anilin/Schwefelsäure und eine Violettfärbung mit Schiffschem Reagenz möglich. Zur qualitativen Analyse wird vor allem die Gaschromatographie eingesetzt. Zur Bestimmung des Lignin-Anteils kommt das Klason-Verfahren zur Anwendung, bei dem die Polysaccharide durch eine zweistufige Säurehydrolyse abgebaut und der verbleibende Ligninrest anschließend gewogen wird (Klasen-Lignin). Bei GS-Ligninen ist anschließend eine UV-Spektroskopie der Säurelösung notwendig, da diese säurelösliche Anteile des Lignins enthält.

Die nebenstehende Tabelle stellt die Anteile von Lignin, Cellulose und Hemicellulosen bei verschiedenen Biomasserohstoffen dar. Dabei handelt es sich vor allem um kommerziell relevante Hölzer und lignocellulosehaltige Reststoffe.

Pflanzliche Zellwände bestehen aus Cellulosefibrillen, die in eine Matrix aus Pektinen, Hemicellulosen, Proteinen und Lignin eingebunden sind. Dabei lagern sich die Cellulosemoleküle aus jeweils etwa 100 Einzelmolekülen parallel zu so genannten Elementarfibrillen bzw. Micellarsträngen zusammen, die durch Wasserstoffbrücken stabilisiert werden. Jeweils 20 dieser Micellarstränge bilden gemeinsam eine Mikrofibrille mit einem Durchmesser von etwa 20 bis 30 nm. Die Mikrofibrillen wiederum können sich zu Makrofibrillen mit einem Durchmesser von etwa 400 nm zusammenlegen, dabei entstehen Zwischenräume von etwa 10 nm, die als interfibrilläre Räume bestehen bleiben. Die interfibrillären Räume dienen unter anderem dem Wassertransport in der Zellwand, außerdem werden in diese Zwischenräume größere Moleküle wie Hemicellulosen, Pektine und Lignin zur Festigung der Cellulosestruktur eingelagert (Inkrustierung).

Bei den meisten pflanzlichen Geweben beträgt der Ligninanteil nur etwa 1 %, bei aufgrund von Druckbelastungen verholzten Pflanzenteilen kann er über 30 % der Gesamtmasse betragen; man spricht in diesen Fällen von Lignocellulose. Neben Lignin können auch verschiedene mineralische Substanzen für die Inkrustierung zuständig sein, darunter etwa Silikate bei Gräsern, Riedgräsern und Schachtelhalmen oder Calciumcarbonat bei Kalkalgen.

Bei einer Verholzung wird die ursprüngliche Zellwandmatrix durch das Ligninpolymer mit den eingelagerten Cellulosefasern ersetzt. Die Cellulosefasern sind dabei so dicht in das Polymer eingepackt, dass sie sich nicht mehr gegeneinander verschieben können und auch ihre Quellfähigkeit verlieren. Eine besondere Form der Verholzung findet im sogenannten Reaktionsholz statt: Holzbereiche, die besonders starken Belastungen ausgesetzt sind, verstärken sich kontinuierlich. Diese Reaktion fällt allerdings unterschiedlich aus, bei waagerecht wachsenden Ästen der Nadelbäume kommt es beispielsweise aufgrund der Druckbelastung verstärkt zu einer Verholzung der Astunterseite durch ligninreiches Druckholz. Laubbäume hingegen verstärken bei der gleichen Beanspruchung vor allem die Astoberseite mit cellulosereichem Zugholz ohne Liginanteile.

Druckbeanspruchung entsteht nicht nur bei Konstruktionselementen, sondern auch in den Bereichen der Pflanze, die einem hohen Innendruck standhalten müssen. Dies ist vor allem in den Leitbahnen für den Wassertransport im Stamm und in den Wurzeln gegeben, da hier das Wasser entgegen der Schwerkraft transportiert wird und Druck auf die umliegenden Gewebe ausübt. Entsprechend bilden sich auch hier Verholzungen, die zu Zellwandröhren mit hohem Ligninanteil führen. Der wasserabweisende (hydrophobe) Charakter ist bei dieser Funktion eine wesentliche Eigenschaft, da er ein Austreten des Wassers aus den Leitbahnen in das umgebende Zellgewebe verhindert und somit den Wassertransport über weite Strecken zulässt.

Diese wasserleitenden Elemente des Xylem, die aufgrund ihrer Größe und ihres Aufbaus in Tracheen und Tracheiden unterschieden werden, können bei Landpflanzen gemeinsam mit dem xylemverstärkenden Sklerenchym zu den wichtigsten tragenden Strukturen gezählt werden.

Das Lignin ist ein Abkömmling der Phenylpropanoide, die sich selbst wiederum vom L-Phenylalanin ableiten. Durch Abspaltung von Ammoniak durch eine Phenylalanin-Ammoniak-Lyase (PAL) (EC ) entsteht aus dem Phenylalanin eine Zimtsäure. Diese wird durch weitere Enzyme zu p-Coumaryl-Coenzym A umgesetzt. Diese Verbindung ist das Ausgangsprodukt für weitere Modifikationen, beispielsweise Hydroxylierungen am Aromatenring und nachfolgenden Methylierungen. Im letzten Schritt werden die an Coenzym A gebundenen Zwischenprodukte durch eine zinkhaltige Cinnamalkohol-Dehydrogenase (CAD) (EC ) zu den Monolignolen reduziert, wobei immer NADPH als Reduktionsmittel verwendet wird. Diese zur Biosynthese von Lignin führenden Alkohole sind p-Cumarylalkohol (H-Einheit), Coniferylalkohol (G-Einheit) und Sinapylalkohol (S-Einheit).

Die Zusammensetzung der Lignine hängt vor allem vom Mengenverhältnis der einzelnen Monolignole und den Reaktionsbedingungen ab. In Bedecktsamigen Pflanzen ist das Lignin insbesondere aus Sinapyl- und Coniferylalkohol aufgebaut, in Nacktsamigen Pflanzen dominiert Coniferylalkohol und Gräser verwenden alle drei Monolignole. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei der CAD zu, die durch ihre unterschiedliche Substratspezifität wahrscheinlich für die unterschiedlichen Anteile der Alkohole in den verschiedenen Pflanzengruppen verantwortlich ist: CAD aus Bedecktsamigen Pflanzen und Gräsern reduziert alle drei Zimtaldehyde während für das CAD aus Nacktsamigen Pflanzen Sinapylaldehyd nur ein schlechtes Substrat darstellt und entsprechend weniger stark umgesetzt wird.

1948 konnten Karl Freudenberg und Mitarbeiter ein künstliches Lignin (Dehydrisierungspolymerisat) aus Coniferylalkohol und einem Extrakt aus Agaricus campestris (Feldchampignon) herstellen. Ein später aus Fichtenholz isoliertes Lignin zeigte ähnliche chemische und physikalische Eigenschaften wie das künstliche Lignin. Insofern wurde damit indirekt nachgewiesen, dass Coniferylalkohol ein wesentlicher Baustein bei der Fichtenligninbildung spielt. Weitere In-vivo-Untersuchungen mit radioaktiv markiertem Coniferylalkohol bzw. Coniferin bestätigten, dass bei der Biogenese des Lignins diese Bausteine eine wesentliche Rolle spielen. Mit diesen Untersuchungen wurde ein Durchbruch in der Ligninforschung erzielt.

Aufgrund der Zusammensetzung aus den einzelnen Bausteinen und den vielfältigen Polymerisierungsmöglichkeiten können Lignine unterschiedlichste Aufbauten besitzen und bilden entsprechend eine ganze Klasse von Verbindungen. Sie werden erst in den interfibrillären Räumen aus den als Vorstufen dienenden Alkoholen aufgebaut. Wie aber die Monolignole aus der Zelle exportiert werden, ist noch nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich werden diese als Glucoside – Glucocumarylalkohol, Coniferin und Syringin – nach außen transportiert. Hierbei werden die Alkohole über ihre phenolische OH-Gruppe β-glycosidisch an Zucker (Glucose) gebunden und sind in dieser Form in Wasser besser löslich. So können die Moleküle durch das Plasmalemma und den Apoplast der Zelle transportiert werden und in die Cellulose-Zwischenräume infiltrieren. Schließlich werden durch β-Glycosidasen der Zellwand die Zuckermoleküle abgespalten. Solche β-Glycosidasen wurden bereits in manchen Pflanzen identifiziert. Ob die Monolignole passiv durch die Zellwand diffundieren oder durch Transportsystem nach außen gelangen, ist noch Gegenstand der Forschung.

Die exportierten Monolignole werden dann über eine enzymatische Oxidations-Polymerisations-Reaktion spontan zu einer amorphen dreidimensionalen Struktur verknüpft. Hierbei beginnt die Lignifikation an Ecken und der Mittellamelle von Xylemzellen. Den Polymerisationsprozess katalysieren extrazelluläre Peroxidasen aus Wasserstoffperoxid bzw. Laccasen aus Sauerstoff, dabei werden Phenoxyradikale gebildet. Woher indessen das Wasserstoffperoxid stammt, ist noch unklar. Das einzelne Elektron ist über das gesamte Molekül delokalisiert und stabilisiert. Dies ermöglicht verschiedene Knüpfungspunkte für die Bildung des netzartigen Lignins. Lignin enthält chirale Zentren, mit herkömmlichen Methoden kann jedoch keine optische Aktivität nachgewiesen werden.

Ob die Vernetzung gesteuert werden kann, ist noch Gegenstand der Forschung. Möglicherweise können extrazelluläre Glykoproteine, die Dirigenten-Proteine, eine gewisse Spezifität bei der Vernetzung bewirken.

Die Lignineinlagerung verläuft in drei Phasen. In der ersten Phase lagert sich das Makromolekül in die Zellecken und die Mittellamelle, nachdem die Pektineinlagerung in die Primärwand abgeschlossen ist. Anschließend erfolgt eine fortschreitende Verholzung der S2-Schicht der Sekundärzellwand. Die Hauptlignifizierung erfolgt nach der Ausbildung der Cellulose-Mikrofibrillen in der S3-Schicht. Innerhalb der drei Phasen und damit auch in den unterschiedlichen Schichten variiert die Zusammensetzung der Lignine.

Da die Entfernung des Lignins aus dem Holz für die Zellstoffproduktion und perspektivisch vor allem für die Herstellung von Biokraftstoffen (Cellulose-Ethanol) zu den aufwändigsten Produktionsschritten gehört, gibt es verschiedene Bemühungen, die Ligninmenge bereits im Holz durch grüne Gentechnik zu reduzieren. Dies geschieht vor allem durch Eingriffe in die für die Synthese der Monomere notwendigen Gene, unter anderem durch „Ausschalten“ der Cinnamalkohol-Dehydrogenase (CAD) und der Kaffeesäure-O-Methyltransferase (COMT) durch Antisense-RNA.

Die entsprechenden Techniken befinden sich aktuell vor allem an Pappeln und Weiden noch in der Erforschung für den Anbau in Kurzumtriebsplantagen und wurden für die technische Umsetzung noch nicht realisiert, eine effektivere Delignifizierung im Zellstoffprozess konnte jedoch bereits nachgewiesen werden. Allerdings wurde auch festgestellt, dass der Effekt der Ligninreduktion nicht gleichmäßig ist, und Umwelteinflüsse wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf die Ligninproduktion haben als die Genveränderung.

Lignin kann sowohl biologisch als auch durch verschiedene chemisch-technische Verfahren abgebaut werden. Der biologische Ligninabbau stellt dabei einen Prozess der Zersetzung von Holz durch Bakterien und vor allem Pilze (Destruenten) dar. Höher organisierte Lebewesen sind nicht zum Ligninabbau fähig. Der technische Lignin-Aufschluss ist dagegen Teil von Prozessen mit dem Ziel, Lignin und Cellulose im Holz zu trennen und unterschiedlichen Verwertungen zukommen zu lassen. Er spielt entsprechend vor allem bei der Zellstoffherstellung, der Holzverzuckerung und perspektivisch bei der Nutzung von Lignocellulose in der Bioraffinerie eine große Rolle. Die gängigen thermochemischen Methoden des technischen Ligninabbaus sind sehr energieaufwändig, belasten die Umwelt und erzeugen Toxine.

Ist verarbeitetes und unbeschichtetes Holz über einen langen Zeitraum Ultraviolettstrahlung ausgesetzt, so wird es oberflächlich geschädigt, wobei vor allem das Lignin denaturiert wird. Im Falle direkter Bewitterung wird es nachfolgend vom Regenwasser ausgewaschen. Die Oberfläche wirkt dann schmutzig grau. Unterbleibt die Einwirkung von Regenwasser, erhält das Holz infolge der UV-Wirkung eine silbrig-weiße Farbe.

Lignin ist durch seine komplexe Vernetzung ein persistenter Naturstoff und kann von Destruenten nur sehr langsam zersetzt werden. Die Humusbildung des Bodens wird dabei größtenteils durch den Ligninabbau gefördert. Der Holzabbau erfolgt dabei in zwei teilweise parallel ablaufenden Fraktionen: Der Abbau der Cellulose erfolgt in Form der Braunfäule, bei der sich das Holz infolge des zurückbleibenden Lignins braun verfärbt, während der Abbau des Lignins in Form der Weißfäule stattfindet, bei der sich das Holz entsprechend hell verfärbt.

Beim biologischen Ligninabbau unterscheidet man zwischen dem Verwerten bereits gelöster Ligninfragmente und dem eigentlichen Abbau des Naturstoffes. Erstere können bereits von vielen Bakterien verwertet werden, insbesondere Actinomyceten und Streptomyceten. Weißfäulepilze wie etwa der Zunderschwamm (Fomes fomentarius), der Graue Feuerschwamm (Phellinus igniarius), die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) und Phanerochaete chrysosporium zerstören hingegen enzymatisch den Ligninanteil des Holzes, um ihr eigentliches Substrat, Cellulose bzw. Hemicellulosen, zu verwerten. Entsprechend verfärbt sich bei der Weißfäule das Holz weiß und wird faserig. Die meisten dieser Pilze bauen gleichzeitig das Lignin und die Kohlenhydrate ab (Simultanfäule), die Abbauraten sind ebenfalls ähnlich hoch. Andere Pilze bauen den Ligninanteil anfänglich schneller ab, und es kommt zu einer Celluloseanreicherung (sukzessive Weißfäule). Dies findet man beispielsweise beim Mosaik-Schichtpilz (Xylobolus frustulatus) oder beim Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum), der die Rotfäule bei Fichten bedingt.

Der Ligninabbau findet dabei immer unter aeroben Bedingungen statt und ist sehr energieintensiv. Er kann entsprechend nicht als alleinige Kohlenstoff- und Energiequelle dienen. Daher handelt es sich bei Weißfäulepilzen immer um einen Cometabolismus in Verbindung mit anderen Kohlenstoffquellen. Für den Abbau bilden die Pilze fadenförmige Hyphen aus, die das Lignin durchdringen. Für den Ligninabbau werden verschiedene Enzyme eingesetzt, die vom Pilz durch Exozytose in das Medium abgegeben werden und in das Lignin diffundieren. Der Abbau des Lignins ist de facto eine Depolymerisierung und erfordert Peroxidasen und Laccasen, die sich in ihrer Wirkung synergetisch verhalten. Darüber hinaus werden Sauerstoff, Coenzyme, Metalle und Komplexbildner benötigt.

Die Pilze setzen zunächst Glyoxal frei, das durch Sauerstoff durch eine Glyoxaloxidase zu Oxalsäure und Wasserstoffperoxid (H2O2) oxidiert wird. H2O2 wird dann von einer Mangan-Peroxidase (MnP) (EC ) zu Wasser reduziert, während Mangan(II) (Mn2+) zu Mn3+ oxidiert wird. Mn3+ wird chelatisiert und dringt als kleines aktives Oxidans leicht in das Lignin ein. Mn3+ kann dort den phenolischen Bestandteilen des Lignins einzelne Elektronen entreißen, so dass ein Radikalkation gebildet wird. Dieses wird in mehrere Bruchstücke gespalten, häufig in Benzaldehydderivate.

Das Radikal-Kation kann auch durch eine Lignin-Peroxidase (LiP) (EC ) gebildet werden. LiPs sind Häm-enthaltende Enzyme, die substituierte Aromaten, den Hauptbestandteil im Lignin, direkt oxidieren können. Nicht alle Weißfäulepilze kodieren jedoch für LiPs. Die Peroxidase verbraucht Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel.

Mittlerweile hat man auch sogenannte Hybridenzyme in Pleurotus, Bjerkandera und anderen Pilzen entdeckt, die man als „versatile peroxidases“ (VP) (EC ) bezeichnet. Diese verfügen sowohl über eine Mangan-Peroxidase- als auch über eine Lignin-Peroxidase-Aktivität.

Laccasen (EC ) schließlich oxidieren hauptsächlich niedermolekulare Bruchstücke des Lignins. Sie können zwar generell phenolische Komponenten des Lignins enzymatisch angreifen. Da aber jene Komponenten nur 10 % des Lignins ausmachen, wird das Makromolekül primär von den oben genannten Peroxidasen verwertet.

Beim Ligninabbau sind darüber hinaus noch viele weitere Enzyme (Oxidoreduktasen, Dehydrogenasen) beteiligt.

Der technische Ligninabbau spielt vor allem bei der Zellstoffherstellung eine wichtige Rolle. Zur Produktion von Zellstoff muss das Lignin aus der Lignocellulose gelöst und aus dem Prozess entfernt werden. Dabei existieren unterschiedliche Verfahren für den Celluloseaufschluss sowie für die nachfolgende Zellstoffbleiche.

In etwa 80 Prozent aller Zellstoffanlagen erfolgt der Aufschluss über das so genannte Sulfatverfahren, auch bekannt als Kraft-Prozess. Dabei erfolgt der Ligninabbau durch Hydrogensulfidionen (HS) in basischem Milieu bei etwa pH 13 durch den Einsatz von Natriumsulfid (Na2S) und Natriumhydroxid (NaOH) bzw. Natronlauge. Der Prozess dauert etwa zwei Stunden bei Temperaturen von etwa 170 °C, allerdings greifen die Ionen auch die Cellulose und die Hemicellulosen an, wodurch nur ein Teilaufschluss möglich ist. Die Ablauge dieses Verfahrens enthält in ihrer Festsubstanz bei der Verwendung von Nadelhölzern etwa 45 % und bei Laubhölzern etwa 38 % des so genannten Kraft-Lignins.

Eine Alternative stellt der Celluloseaufschluss im Sulfitverfahren dar, bei dem der Ligninabbau durch eine Sulfonierung erfolgt. Als chemisch nicht exakt definiertes Umsetzungsprodukt des Lignins mit Schwefliger Säure entstehen Ligninsulfonate, die Salze der Ligninsulfonsäure. Calciumsalze der Ligninsulfonsäure entstehen beim Aufschluss des Holzes mit Calciumhydrogensulfit-Lösungen. Hier enthält die Ablauge in ihrer Festsubstanz bei der Verwendung von Nadelhölzern etwa 55 % und bei Laubhölzern etwa 42 % in Form von Ligninsulfonat.

Lignin ist auch für das Vergilben von Papier verantwortlich, das daher auch mit ligninabbauenden Enzymen wie der Laccase gebleicht werden kann. Die Bleiche erfolgt technisch allerdings vor allem über eine Chlorbleiche bzw. heutzutage meistens „chlorfrei“ mit einer Bleiche mit Sauerstoff, Chlordioxid, oder, seltener, Wasserstoffperoxid oder Ozon. In beiden Fällen werden das Restlignin sowie vorhandene Farbstoffe im Zellstoff oxidativ abgebaut. Dies ist vor allem bei so genanntem „holzhaltigem“ Papier relevant, weniger bei „holzfreiem“ Papier. Die Begriffe holzhaltig und holzfrei sind zwar im Handel und umgangssprachlich üblich, technisch jedoch unsinnig, da Papier aus dem Rohstoff Holz in jedem Fall Holzbestandteile enthält. Bei holzfreiem Papier sind dies eben nur die Cellulose und die Hemicellulosen, bei holzhaltigem Papier der ligninhaltige Holzstoff. Korrekt wären daher die Begriffe ligninhaltig und ligninfrei.

Zur Transformation von Holz zu verwertbaren Zuckern (Holzverzuckerung) werden eine Reihe von unterschiedlichen Prozessen angewandt, die das Lignin aus dem Holz entfernen und dadurch die Cellulose verfügbar machen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von chemischen, hydrothermischen und enzymatischen Prozessen.

Historisch bedeutsam sind vor allem technische Anwendungen unter Einsatz von Säuren, vor allem von Salzsäure (HCl) oder verdünnter Schwefelsäure (H2SO4), in denen das zerfaserte Holz gekocht wird. Bei dem Prozess lagern sich Wassermoleküle an die Cellulose und bilden Oligosaccharide, vor allem Di- oder Trisaccharide, unter anderem mit Glucoseanteil. Aufgrund der im Holz neben der Cellulose vorhandenen Hemicellulose und des Lignins entstehen Nebenprodukte bzw. Verunreinigungen, die das Ergebnis fast ausschließlich zur Vergärung zu Alkohol oder als Nährsubstrat für die Fermentation von Hefe verwendbar machen. Zeitweise wurde so der Holzbranntwein erzeugt. Für die Verwendung in der Chemischen Industrie muss die Lösung aufwendig gereinigt und entsalzt werden.

Im Kontext der Diskussion um die Entwicklung der Bioraffinerie soll die Verzuckerung über spezielle Enzyme, die Cellulasen, auf biotechnologischem Weg stattfinden. Als Ergebnis erhofft man sich möglichst reine Fraktionen der Cellulose zur weiteren Verzuckerung, der Hemicellulosen und des Lignins, um alle drei Bestandteile des Holzes einer weiteren Verwertung zuführen zu können.

Um die einzelnen Fraktionen möglichst rein und unbeschadet aus dem Holz zu bekommen, bedarf es einer speziellen Vorbehandlung. Diese erfolgt je nach technischem Weg unterschiedlich und kann beispielsweise auf der Behandlung mit Lösemitteln wie Ethanol (Organosolv-Verfahren) oder Ionischen Flüssigkeiten, der Nutzung von Enzymen oder der Dampfbehandlung (Aquasolv-Verfahren) basieren.

Lignin wird – sieht man von der Verwendung in Form von Holz ab – vor allem als Koppelprodukt der Papier- und Zellstoffindustrie genutzt. Weltweit werden jährlich aktuell etwa 50 Millionen Tonnen Lignin auf diese Weise produziert. Die anfallenden Mengen an Kraft-Lignin und Ligninsulfonaten liegen dabei in gelöster Form in den jeweiligen Ablaugen vor und können aus diesen extrahiert werden. Die Hauptverwendung für beide Lignintypen besteht derzeit aus der energetischen Nutzung, weitere Verwendungen liegen vor allem für Lignosulfonate aus dem Sulfitverfahren vor.

Grundsätzlich unterscheiden sich die verschiedenen technischen Lignine in mehreren Eigenschaften, die ihre Nutzung beeinflussen können. Der wesentliche Unterschied liegt in der Molekülgröße: Kraft-Lignin hat eine molare Masse von 2000 bis 3000 g/mol, während Lignosulfonate molare Massen von 20.000 bis 50.000 g/mol erreichen. Organosolv-Lignin liegt bei 1000 bis 2000 g/mol. Lignosulfonate enthalten zudem einen Schwefelanteil von 4 % bis 8 % und wenige phenolische Hydroxygruppen (–OH) gegenüber 1 % bis 1,5 % Schwefelanteil und vielen phenolischen Hydroxygruppen beim Kraft-Lignin und vielen phenolischen Hydroxidionen (OH) ohne Schwefelanteil beim Organosolv-Lignin.

Intensiv werden die Eigenschaften des durch oxidative Ammonolyse modifizierten Lignins als Humusersatzstoff untersucht. Die stickstoffhaltigen Lignine ähneln in ihrer Struktur den Huminstoffen und eignen sich als Depotdünger. Die N-Lignine eignen sich auch für die Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften.

Die direkte Verwendung von technischen Ligninen als Rohprodukte ist sehr eingeschränkt, da es eine Reihe von Nachteilen gibt, die dieser entgegenstehen. So ist Lignin aufgrund seiner sehr komplexen Struktur und der damit verbundenen Inhomogenität nur sehr begrenzt für Anwendungen einsetzbar, da in der Regel genauer definierte Eigenschaften des Rohmaterials erforderlich sind. Hinzu kommt der hohe Grad an Verunreinigungen in den Ablaugen sowie der hohe Schwefelanteil in den Lignintypen, die komplexe Reinigungsschritte erforderlich machen. Die dadurch sehr aufwändige Gewinnung aus den Ablaugen führt dazu, dass ungereinigtes technisches Lignin bis jetzt im Wesentlichen nur für geringerwertige Anwendungen wie die energetische Nutzung oder als unspezifische Klebstoffkomponente und Dispergiermittel verwendet wird. Stoffliche Verwendungen, die darüber hinausgehen, liegen entweder in der direkten Verwendung von Ligninsulfonaten oder in der chemischen Modifikation durch die Anwendung von Pyrolyse, Hydrolyse oder Hydrogenolyse zur Herstellung verschiedener Chemikalien. Diese Wege sind ebenfalls aufwändig und kommen entsprechend nur vergleichsweise selten zum Einsatz.

Das bei der Papierherstellung vor allem im Sulfatverfahren in großen Mengen als Reststoff anfallende Lignin wird als Schwarzlauge vor allem als Brennstoff direkt in den Zellstofffabriken genutzt. Es hat einen Heizwert von 23,4 MJ/kg und dient neben der Energiegewinnung für die Fabriken selbst mit einer Deckung von 80 % bis 100 % des Energiebedarfs auch zur Gewinnoptimierung durch den Verkauf von Wärme und Elektrizität.

In der Herstellung von Holzpellets als Energieträger bildet das holzeigene Lignin das Bindemittel. Fein gemahlenes Holz wird beim Pressvorgang erhitzt, das Lignin verflüssigt sich und bindet die Holzpartikel beim Abkühlen zusammen. Frische Pellets riechen deshalb noch stark nach Lignin.

Große Mengen an Ligninsulfonaten werden in einem breiten Spektrum von Anwendungen eingesetzt, in denen man vor allem ihre Eigenschaften als Polyelektrolyt, ihre Adsorptionswirkung, die geringe Viskosität und die dunkle Farbe nutzt. Sie sind physiologisch und für die Umwelt relativ unbedenklich, wodurch sie auch in sensiblen Bereichen Verwendung finden. Der Hauptanteil der Produktion von etwa 1.000.000 Tonnen pro Jahr (jato) findet Verwendung als Dispergiermittel in Beton und Zement (ca. 100.000 jato), als Zusatz zu Bohrflüssigkeiten (ca. 100.000 jato) sowie als Bindemittel in Pellets für Tiernahrung, in Düngemitteln und anderen Agrochemikalien, Spanplatten, Briketts sowie in Drucktinte und Gießsandkernen. Außerdem werden Lignosulfonate als Papieradditiv, als Dispergier- und Emulgiermittel in Lacken und Farben sowie als Zuschlagstoff in Gips und Gerbstoffen eingesetzt.

Neuere Entwicklungen in der Lignosulfonat-Chemie nutzen die polyelektrolytischen Eigenschaften des Lignins und zielen auf einen Einsatz in der Medizin mcm taschen sale, der Feinchemie und der Verbesserung der Bodenwasserspeicherung.

Lignin stellt als Naturstoff ein hochkomplexes Makromolekül (Polymer) dar, eine Nutzung dieser Struktur als Biowerkstoff bietet sich entsprechend an. Das Kraft-Lignin aus dem Sulfatprozess der Papierherstellung muss aber zunächst gereinigt werden, daher gibt es bis heute erst wenige Ansätze, auf Lignin basierende Polymere herzustellen.

Im Jahr 1998 wurde von der Firma Tecnaro ein natürlicher Biowerkstoff entwickelt, der den Namen Arboform erhielt und allgemein als „Flüssigholz“ bezeichnet wird. Er basiert auf Lignin

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, dem Naturfasern wie Flachs oder Hanf beigemischt werden, und kann mit etablierten Kunststoffverarbeitungsformen verarbeitet werden, insbesondere im Spritzguss, der Extrusion, in Pressverfahren sowie durch Tiefziehen und Blasformen.

Sowohl das Lignin als auch verschiedene Ligninderivate können als Bausteine in Duroplasten oder in Kunststoffen als Füllstoffe eingesetzt werden. Sie wirken hierbei als Phenolharzkomponente. Durch die Reaktion mit Epichlorhydrin können Epoxidharze hergestellt werden, die bei einer Kondensierung mit Alkalilignin in Polyalkoholen resultieren. Mit Isocyanaten lassen sich diese zu Polyurethanen umsetzen. Bei der Reaktion des Lignins mit Formaldehyd entstehen Phenoplaste, und bei der Vernetzung mit Copolymeren wie Harnstoff, Melamin und Furanen über Formaldehyd entstehen verschiedene Harze (Harnstoff-Formaldehyd-Harze, Melaminharze, und Furanharze bzw. Syntactics). Insbesondere ligninbasierte Phenoplaste stellen eine potenzielle Alternative zu gesundheitlich bedenklichen Phenolen und Formaldehyd als Bindemittel in Spanplatten und anderen Holzwerkstoffen dar; durch ihre hochmolekulare Struktur sind sie weniger flüchtig und löslich, zudem werden sie als physiologisch unbedenklich eingestuft.

Obwohl Lignin heute keine große Rolle zur Herstellung von Chemikalien spielt, wird dem Rohstoff für die Zukunft ein großes Potenzial prognostiziert. Insbesondere in den letzten Jahren konzentrierte sich die Forschung auf Nutzungspotenziale des Lignins der Zellstoffindustrie und der (noch hypothetischen) Bioraffinerie. Ziel der Forschung ist es, möglichst hochwertige Produkte aus dem Lignin zu gewinnen.

Bereits jetzt wird Lignin zur Herstellung von Vanillin verwendet, das als naturidentischer Geschmacksstoff für Vanille eingesetzt wird. Es entsteht bei der Oxidation von Ligninsulfonaten, die wiederum durch die saure Hydrolyse aus Lignin gewonnen wird. Über eine Alkalischmelze lassen sich aus Lignin verschiedene Phenole, Carbonsäuren, Teer und Dimethylsulfid (DMS) herstellen. Die Herstellung von DMS ist zudem über eine alkalische Demethylierung möglich und kann weiteroxidiert werden zu Dimethylsulfoxid (DMSO), einem wichtigen Lösungsmittel. Durch Hydrogenolyse wiederum können ebenfalls Phenole, Teer, Benzol und Öle hergestellt werden.

Eine wichtige Option zur zukünftigen Nutzung des Lignins stellt zudem die Pyrolyse dar, ein Verfahren zur thermischen Spaltung organischer Verbindungen bei hohen Temperaturen. So lassen sich durch Pyrolyse bei Temperaturen von 400 bis 500 °C Phenole, Methan, Kohlenmonoxid und Aktivkohle gewinnen. Bei Temperaturen von 700 bis 1

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.000 °C lässt sich Lignin zu Syngas, Ethen und Benzol spalten, und bei einer Lichtbogen-Pyrolyse entsteht Acetylen.