Michael Bachmann

Michael Bachmann (* 26. Januar 1946 in Minden) ist ein deutscher evangelischer Theologe und Neutestamentler und seit 1995 Professor an der Universität Siegen.

Michael Bachmann wurde am 26. Januar 1946 in Minden (Westfalen) geboren.
Nach dem Abitur studierte er Mathematik und Evangelische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, war von 1975 bis 1978 als Mitarbeiter (Wissenschaftlicher Assistent) am Institutum Judaicum Delitzschianum tätig und absolvierte anschließend sein Referendariat (Mathematik; Evangelische Religionslehre) an einem Münsteraner Gymnasium. 1978 erfolgte seine Promotion (mit der bei Karl Heinrich Rengstorf geschriebenen Dissertation „Jerusalem und der Tempel. Die geographisch-theologischen Elemente in der lukanischen Sicht des jüdischen Kultzentrums“).
Ab 1980 lehrte und forschte Bachmann an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, schon bevor er sich 1990 an der Universität Basel (mit der bei Ekkehard W. Stegemann eingereichten Arbeit „Sünder oder Übertreter. Studien zur Argumentation in Gal 2,15ff.“) habilitierte und die venia legendi für das Fach Neues Testament erhielt.
1995 folgte er einem Ruf an die Universität Siegen, an der er eine Professur für Evangelische Theologie, insbesondere Fachdidaktik der Evangelischen Theologie (mit einem fachwissenschaftlichen Schwerpunkt in der Biblischen Theologie [Neues Testament]) übernahm. Einen Ruf auf den Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Aarhus lehnte er 2000 ab. Seine Emeritierung erfolgte im Februar 2011.
Bachmann lebt und arbeitet seit langem in St. Märgen (Schwarzwald). Er wurde in der evangelischen Landeskirche Baden ordiniert.
Einen gewissen Schwerpunkt der jüngeren Studien Bachmanns bildet die Paulusexegese. Dabei spielen u. a. Fragen der paulinischen Argumentation („Logik“) und der Rechtfertigungslehre eine Rolle. Seit seiner Habilitationsschrift wird hierbei nicht zuletzt der Galaterbrief stärker bedacht, besonders das in diesem Brief im griechischen Sprachraum erstmals begegnende Syntagma „Werke des Gesetzes“, das Bachmann bereits 1989 mit dem in der Qumran-Schriftrolle 4QMMT (Zeile C27) auftauchenden hebräischen Begriff ma‛ase ha-torah (מעשי התורה, übersetzbar als „Gebote der Tora“ oder aber „Werke der Tora“) in Verbindung brachte. Innerhalb der so genannten „Neuen Paulusperspektive“ nimmt Bachmann eine recht eigenständige Position ein, auch insofern er nachzuweisen sucht, dass dieser feststehende Ausdruck, auf den Paulus nach seiner Hypothese Bezug nimmt, sich primär auf bestimmte religionsgesetzliche Halakhot (Einzelvorschriften) bezieht, und zwar nach Bachmanns Überzeugung sehr wahrscheinlich auf zeremoniell-kultische Vorschriften und nicht auf ethische oder soziale Gesetze. Die Frage, inwieweit Paulus „das Gesetz“ ablehnte oder für Heidenchristen außer Kraft setzte und ob das zeitgenössische Judentum ihm Heilswirksamkeit beimaß, wird vor diesem Hintergrund diskutiert.
Weitere Schwerpunkte der Bachmannschen Arbeit bilden u. a. die Auslegung des lukanischen Doppelwerks (z.B.: die Rolle Jerusalems, auch des dortigen Tempels, ferner die Funktion der Stephanusepisode), des Hebräerbriefs und der Johannesapokalypse. Auf hier begegnen eher unkonventionelle Thesen, so zur positiven Wertung des ersten apokalyptischen Reiters (von Offb 6,1f.) und zum himmlischen Heiligtum (zumal von Apg 7,55f.; Offb 11,1).
Bemerkenswert sind eine ganz Reihe von Wörterbuchartikeln (so zum Tempel im Neuen Testament und zu den Wörtern „tun“ sowie „Werk“ in den Qumranschriften). Im Zusammenhang damit läßt sich auch Bachmanns Monographie „Göttliche Allmacht und theologische Vorsicht. Zu Rezeption, Funktion und Konnotationen des biblisch-frühchristlichen Gottesepithetons pantokrator“ nennen, erschienen 2002. Dort wird in einem exegetischen Durchgang u.a. durch das Alte Testament, durch die Septuaginta und durch die neutestamentlichen Schriften der Nachweis unternommen, dass das häufig vertretene Verständnis des Begriffs „Allmacht“, dass nämlich Gott jederzeit in der Lage sein müsse, „alles“ zu verursachen und „alles“ zu verhindern, sich jedenfalls nicht als biblisch intendiert nachweisen läßt; solche Vorstellungen kommen erst einigermaßen spät auf (und begegnen dann etwa bei Augustin). Die biblischen Überlieferungen implizieren gerade bei der Verwendung des Wortes pantokrator oft einen Zeitfaktor, der besagt, dass der so Gekennzeichnete sich in Zukunft, auch am „Ende der Zeit“, als Herrscher erweisen wird – vorher womöglich gar nicht oder doch nur gelegentlich. Bachmann stellt diese Erwägungen in den Kontext der (abendländischen) Beschäftigung mit dem Theodizeeproblem und bedenkt dabei ferner auch wichtige religionspädagogische Konsequenzen (im Blick auf den Umgang mit der Allmachtsthematik im Religionsunterricht).
Solche Reflexionen (die sich gerade auch nach dem Holocaust aufdrängen) gehören zu Bachmanns Aufmerken auf methodische Fragen („Priorität der Synchronie vor de Diachronie“) und auf hermeneutische Aspekte, denen nicht zuletzt angesichts eines möglicherweise bereits im Neuen Testament angelegten antijudaistischen Denkens nachzugehen ist – wenn er auch für Jesus selbst und das früheste Christentum meint, dass da zwar innerjüdische „Familienkonflikte“ eine Rolle gespielt haben werden; diese hätten aber doch erst nach der weitgehenden Trennung der Wege von Christentum und Judentum zu so etwas wie Antijudaismus geführt. Das Interesse an der Rezeptionsgeschichte kommt bei Bachmann auch zu in einer ganzen Reihe von auslegungsgeschichtlichen Studien zum Ausdruck. Darunter begegnen auch solche kunsthistorischer bzw. ikonographischer Art (u.a. zu den apokalyptischen Reitern und zum Motiv „Kirche und Synagoge“).

Wesentliche Teile aus Bachmanns auf viele Einzelveröffentlichungen verteilter Aufsatzproduktion der letzten Jahre sind in zwei 1999 und 2011 erschienenen Sammelbänden zusammengefasst, deren Inhaltsverzeichnisse online eingesehen werden können. Die 1999 erschienene Aufsatzsammlung, in der sich Bachmanns maßgebliche Beiträge zur Paulusforschung befinden, wurde 2009 auch in englischer Übersetzung publiziert.

Unter den Herausgeberschaften Bachmanns sticht das unter Mitarbeit von Johannes Woyke herausgegebene einschlägige deutschsprachige Sammelwerk zur Neuen Paulusperspektive hervor:
Weitere Veröffentlichungen Bachmanns sind der Literaturliste auf seiner Homepage an der Universität Siegen zu entnehmen.

Versorger (Schiffstyp)

Als Versorger (engl.: supply vessels) bezeichnet man in der zivilen Schifffahrt Schiffe, die zur Unterstützung von Bohrinseln und ähnlichen Einrichtungen auf hoher See (offshore – deutsch „außerhalb der Küstengewässer liegend“) eingesetzt werden. Sie stellen die Absicherung der Bohrinseln sowie deren Versorgung mit Material sicher und dienen der Verschleppung zu neuen Standorten. Sie sind mit leistungsfähigen Maschinen ausgestattet, um den widrigen Witterungsbedingungen zu trotzen, die oft in den Gebieten der Offshore-Bohrinseln herrschen. Oftmals besitzen sie mehrere Bugstrahlruder.
Für diese Aufgaben kommen verschiedene Schiffstypen zum Einsatz, u. a.:
Hinzu kommen weitere Spezialschiffe, z. B. Taucherbasisschiffe oder Pipelineverleger.
In den 1970er und 1980er Jahren waren deutsche Reedereien (u. a. VTG AG, DDG Hansa, Unterweser Reederei sowie T&S) stark in das Versorger-Geschäft involviert. Aktuell sind verschiedene Reedereien in diesem Geschäftsfeld tätig. Das Hamburger Unternehmen Harms Bergung betreibt eine Flotte von mehreren AHT. Die beiden stärksten Schiffe von Harms, Uranus und Orcus, gehören mit einem Pfahlzug von 280 Tonnen zu den stärksten AHT weltweit. Als zweites deutsches Unternehmen betreut E.R. Offshore, ein Unternehmen der Unternehmensgruppe E.R. Schiffahrt, eine Flotte von derzeit 11 PSV. Das Unternehmen startete 2007 mit den drei Second-Hand-PSV E.R. Kristiansand, E.R. Arendal und E.R. Bergen, die vorher unter den Namen Centaurus, Aelous und Cerberus für Harms Bergung im Einsatz waren. . Hartmann Offshore aus Leer (Ostfriesland) betreibt mittlerweile 12 Versorger, jeweils mit einem Pfahlzug von 200 Tonnen. Des Weiteren ist die Bremer Urag in diesem Geschäftsfeld aktiv.

Ungestreifter Pelamide

Ungestreifter Pelamide (Orcynopsis unicolor)
Der Ungestreifte Pelamide (Orcynopsis unicolor) ist ein Meeresfisch aus der Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae). Die Fische leben im östlichen Atlantik von Oslo (Norwegen) bis Dakar (Senegal), außerdem im Mittelmeer. Sie fehlen bei Madeira, den Kanarischen und den Kapverdischen Inseln. Als Sommergast kommen sie auch in die Nordsee.

Der Ungestreifte Pelamide erreicht eine Maximallänge von 1,30 Metern und wird mit etwa 70 bis 80 Zentimetern Länge geschlechtsreif. Das maximale veröffentlichte Gewicht liegt bei 13,1 Kilogramm. Er hat die typische spindelförmige Form der Thunfische, ein großes Maul, das bis unter die Augen reicht, kurze Brust- und sehr kleine Bauchflossen. Die Rückenflosse ist zweigeteilt, mit einem von 12 bis 14 Stacheln gestützten hartstrahligen Teil und einem kürzeren weichstrahligen Teil, der von 12 bis 15 Flossenstrahlen gestützt wird. Die ersten drei Viertel der ersten Rückenflosse sind schwarz. Die kurze Afterflosse besitzt 14 bis 16 Weichstrahlen. Zwischen Rücken-, bzw. Afterflosse und der halbmondförmigen Schwanzflosse finden sich 6 bis 9 kleine Flössel oben und unten auf dem Schwanzflossenstiel. Die Anzahl der Wirbel liegt bei 37 bis 39, 17 bis 18 Rumpfwirbel und 19 bis 21 Schwanzwirbel. Eine Schwimmblase fehlt. Die Region hinter dem Kopf und um die Brustflossen wird von einem Korsett aus großen, dicken Schuppen bedeckt, der Rest des Körpers ist unbeschuppt.
Der Ungestreifte Pelamide lebt küstennah in kleinen Schwärmen, vor allem in gemäßigt temperiertem Wasser. Er hält sich sehr nah der Wasseroberfläche auf, so dass die erste Rückenflosse wie bei Haien aus dem Wasser ragt. Oft sieht man den Fisch zusammen mit jagenden Seevögeln. Als Raubfisch ernährt er sich von kleineren Fischen, vor allem von Sardinen, Sardellen, kleinen Makrelen, Stachelmakrelen und Meerbrassen. Die Fische laichen im Sommer. Eier und Larven sind pelagisch.
Der Ungestreifte Pelamide ist kein bedeutender Speisefisch und ist eher ein zufälliger Beifang.

Jair Naweh

Jair Naweh, hebräisch יאיר נוה‎, (* 1957) ist ein hochrangiger israelischer Militär, der 2007 aus dem aktiven Dienst ausschied. Naweh stieg bis zum Generalmajor auf und leitete von 2005 bis 2007 das Israelische Zentralkommando.
Naweh trat 1975 in den Militärdienst ein und diente in der Golani-Brigade vom Kompanieführer bis zum Brigade-Kommandeur. Ab 1989 leitete er die Brigade an der Grenze zum Libanon, ab 1991 wieder die Golani-Brigade. Von 1994 bis 1996 übernahm er die Leitung des Sicherheitsdepartments der Bodenstreitkräfte und bis 1999 befehligte er die Infanterie und die Fallschirmjäger. Von 1999 bis 2001 kommandierte er die Gaza-Division und im Anschluss arbeitete er als Stabschef im Hauptquartier der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. 2003 wurde er zum Generalmajor befördert und übernahm die Leitung des GOC Heimatfront-Kommandos. Ab 2005 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst 2007 leitete er das Israelische Zentralkommando.
Naweh studierte neben seiner militärischen Laufbahn Geschichte, Politikwissenschaft und Nahost-Studien. Er lebt in Zichron Ja’akow.
Die Berufung Nawehs zum Kommandeur des Zentralkommandos im Jahr 2005 wurde von einzelnen Medien als Schachzug des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharons verstanden, den als konservativ-religiös geltenden Naweh im Zusammenhang mit Israels einseitigem Abkoppelungsplan in eine Position zu bringen, in der er die Räumung von jüdischen Siedlungen umsetzen musste, um damit das religiös-orthodoxe Lager zu spalten. Für seine Teilnahme an den Räumungen wurde Naweh aus dem extremistischen Lager teilweise massiv angefeindet.
Im Jahr 2006 äußerte Naweh die Befürchtung, dass Abdullah II. der wohl letzte jordanische König sein werde, da die Bevölkerung von Jordanien zu 80 % aus Palästinensern bestehe, und islamistische Strömungen unter den Palästinensern eine Gefahr für die Haschimiten-Dynastie darstellten. Die Aussage führte zu diplomatischen Spannungen zwischen Israel und Jordanien, in deren Folge sich Naweh beim jordanischen König entschuldigte.

Wappen von British Columbia

Das Wappen von British Columbia wurde der kanadischen Provinz British Columbia am 31. März 1906 durch König Eduard VII. verliehen und ersetzte ein inoffizielles Wappen aus dem Jahr 1895.
Im Schildhaupt des Wappenschilds ist als Symbol der engen Verbundenheit mit Großbritannien die Union Flag abgebildet, die zusätzlich eine Krone in der Mitte aufweist. Das mittlere und das untere Drittel bestehen aus drei blauen und vier weißen Wellen, die von den der aufgehenden Sonne überstrahlt werden. Sonne und Wellen kennzeichnen die Lage der Provinz zwischen dem Pazifik und den Rocky Mountains.
Der goldene Helm über dem Wappenschild ist ein Symbol der Souveränität British Columbias innerhalb der Kanadischen Konföderation. Die Helmdecke und der Helmwulst sind beide in rot und weiß, den nationalen Farben Kanadas. Helmkleinod ist ein auf der Edwardskrone stehender, gekrönter goldener Löwe, der um den Hals eine Hartriegelblüte trägt (offizielle Blume der Provinz)
Schildhalter sind rechts das aufgerichtete Wapiti von Vancouver Island und ihm gegenüber das aufgerichtete, goldbewehrte, silberne Dickhornschaf vom Festlandteil der Provinz. Sie repräsentieren die Vereinigung beider Kolonien im Jahr 1866. Das Postament besteht aus weiteren Hartriegelblüten. Der Wahlspruch auf silbernem Band mit schwarzen Majuskeln lautet Splendor sine occasu („Pracht ohne Einschränkung“) und beschreibt die Schönheit der Natur von British Columbia.
Erstes heraldische Symbol war das Große Siegel der Provinz, bestehend aus den Initialen „BC“ und dazwischen einem auf der Reichskrone stehenden Löwen. Dieses Siegel war in Verwendung, als British Columbia im Jahr 1871 der Konföderation beitrat.
Canon Arthur Beanlands aus Victoria entwarf das erste Wappen, das sich unwesentlich vom heutigen unterschied: Auf dem Schild stand die Sonne über der Union Flag. Die Provinzregierung genehmigte das Wappen am 19. Juli 1895 und setzte es als neues Großes Siegel ein.
Während das Bestimmen des Aussehens des Siegels in der Kompetenz der Provinzen liegt, können Wappen bis heute nur durch den Souverän als Zeichen der Ehre verliehen werden. Die Provinzregierung versuchte 1897, das Wappen durch das College of Arms genehmigen zu lassen, war aber aus verschiedenen Gründen erfolglos. Der erste Verstoß war das Führen des Löwen als Helmkleinod, der ausschließlich dem Monarchen vorbehalten war und selbst als Zeichen absoluter Loyalität nicht gewährt werden konnte. Die Heraldiker stießen sich auch an der Platzierung der Union Flag unter der Sonne, da dies nicht dem Grundsatz „die Sonne geht im Empire nie unter“ entsprach. Die Verwendung von Schildhaltern, eine große Ehre, wurde als anmaßend betrachtet, da noch keine andere Provinz dieses Privileg erhalten hatte.
Nach langwierigen Verhandlungen wurden zunächst nur der Wahlspruch und der Wappenschild genehmigt, mit vertauschter Position von Sonne und Union Flag. Die übrigen Elemente wurden am 15. Oktober 1987 durch Königin Elisabeth II. verliehen. Der Löwe als Helmkleinod wurde genehmigt, weil er mit dem Hinzufügen der Hartriegelblüte unterscheidbar gemacht worden war.
Nationalwappen
Provinzen und Territorien: Alberta | British Columbia | Manitoba | New Brunswick | Neufundland und Labrador | Nova Scotia | Ontario | Prince Edward Island | Québec | Saskatchewan | Nordwest-Territorien | Nunavut | Yukon

Peter Tuor

Peter Tuor (* 19. Juni 1876 in L’Aquila, Abruzzen; † 1. November 1957 in Bern) war ein Schweizer Jurist und Hochschullehrer.

Tuor war der Sohn von Jacob Anton Tuor, einem ausgewanderten Kaufmann, und Maria Anna geb. Coray. Nach dem frühen Tod des Vaters (1882) wuchs Tuor in Laax auf. Er besuchte das Gymnasium in Disentis/Mustér und Schwyz und studierte später Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg i. Ue. und Wien.
Er war Mitglied der Akademischen Komment Verbindung (AKV) Alemannia. 1903 promovierte er zum Dr. iur. mit der Arbeit Die Freien von Laax. Anschliessend habilitierte er sich in Wien bei Moriz Wlassak. 1905 bis 1920 war er Professor für römisches Recht in Freiburg, wo er 1918 bis 1920 als Rektor wirkte. Als Professor für Zivilrecht und Obligationenrecht lehrte er von 1920 bis 1922 in Genf, dann bis 1946 in Bern, wo er 1944/1945 als Rektor amtete.
Tuor galt als «Autorität auf dem Gebiet des Erbrechts, zu dem er 1912 bis 1929 einen Kommentar von 1’100 Seiten verfasste. Sein Werk Das neue Recht wurde ab 1932 als Das Schweizerische Zivilgesetzbuch ein allgemeines Lehrbuch aufgelegt» (14. Auflage, Zürich 2015).
Tuor engagierte sich für das Rätoromanische, 1907 bis 1927 als Redaktor der Zeitschrift Igl Ischi. 1908 übersetzte und kommentierte er das Schweizerische Zivilgesetzbuch auf Rätoromanisch sowie 1942 das Schweizerische Strafgesetzbuch. Befreundet war er u. a. mit Maurus Carnot und Gion Cahannes.

Provinz Sur Lípez

-22.133333333333-67.016666666667Koordinaten: 22° 8′ S, 67° 1′ W
Sur Lípez (auch Sud Lípez) ist eine Provinz im südwestlichen Teil des Departamento Potosí im Hochland des südamerikanischen Anden-Staates Bolivien.

Die Provinz Sur Lípez ist eine von sechzehn Provinzen im Departamento Potosí. Sie liegt zwischen 21° 16′ und 22° 53′ südlicher Breite und zwischen 66° 13′ und 68° 00′ westlicher Länge. Sie grenzt im Norden und Nordwesten an die Provinz Nor Lípez, im Westen an die Provinz Enrique Baldivieso, im Südwesten und Süden an die Republik Chile, im Südosten und Osten an die Republik Argentinien, und im Nordosten an die Provinz Sur Chichas. Die Provinz erstreckt sich von Nordosten nach Südwesten und weist eine Gesamtlänge von 230 Kilometern und eine mittlere Breite von 100 Kilometern auf.
Die Provinz weist im südwestlichen Teil, im Distrikt Quetena Grande, einige Seen und Salzseen auf, der größte von ihnen mit sechs Kilometer Durchmesser die Laguna Colorada auf einer Höhe von 4278 m.
Die Einwohnerzahl der Provinz Sur Lípez ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten um mehr als die Hälfte angestiegen:
Wichtigste Idiome der Provinz mit je 88 Prozent sind zu gleichen Teilen Quechua und Spanisch. Hauptstadt der Provinz ist San Pablo de Lípez.
99,4 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu Elektrizität, 90 Prozent leben ohne sanitäre Einrichtungen. 69 Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, 4 Prozent im Bergbau, 4 Prozent in der Industrie, 23 Prozent im Bereich Dienstleistungen. 86 Prozent der Bevölkerung sind katholisch, 9 Prozent evangelisch.
Die Provinz unterteilt sich in die folgenden drei Landkreise (bolivianisch: Municipios):

Beni | Chuquisaca | Cochabamba | La Paz | Oruro | Pando | Potosí | Santa Cruz | Tarija
Alonso de Ibáñez | Antonio Quijarro | Bernardino Bilbao | Charcas | Chayanta | Cornelio Saavedra | Daniel Campos | Enrique Baldivieso | José María Linares | Modesto Omiste | Nor Chichas | Nor Lípez | Rafael Bustillo | Sur Chicas | Sur Lípez | Tomás Frías

Joseph Maria Hiendl

Joseph Maria Hiendl OSB (* am 1. Dezember 1737 in Straubing; † am 25. Juni 1796) war ein deutscher Abt.

Nachdem er in das Kloster Oberalteich der Benediktiner eingetreten war, legte er seine Profess im September 1754 ab und feierte seine Primiz im November 1760. Anschließend wirkte er als Kaplan in Nonnberg, später als Professor in Freising und Wallfahrtspriester in Bogenberg. 1772 wurde er Abt seines Klosters; 1782 bis 1796 war er außerdem gewählter Präses der Bayerischen Benediktinerkongregation.
Darüber hinaus war Hiendl wissenschaftlich tätig und förderte die Bibliothek und das Naturalienkabinett des Klosters; er war auch Kondirektor der kurfürstlich-bayerischen Studienanstalt und wurde 1782 zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt.
Ein Ölgemälde des Freskenmalers Franz Anton Rauscher, welches er in seinem Todesjahr 1777 schuf, zeigt den bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph, wie er Abt Hiendl seine Gerechtsame übergibt; es hängt in der ehemaligen Schlossbrauerei Gossersdorf (Straubing) in Privatbesitz.

Mikrofon-Windschutz

Ein Mikrofon-Windschutz ist meistens ein aus offenporigem Schaumstoff gefertigter Überzug für Mikrofone. Der Wind- oder Popschutz wirkt – zusätzlich zu der üblicherweise im Mikrofonkorb eingesetzten inneren Schaumstoffeinlage – gegen tieffrequente Schallanteile verwirbelnder Luftbewegungen (Wind) sowie der menschlichen Aussprache.
Die angesprochenen verwirbelten Luftbewegungen sind relativ zum Mikrofon zu betrachten: Nicht nur Wind im Freien oder Atemluftstöße erzeugen verwirbelte Luftbewegungen, sondern auch das in ruhender Luft bewegte Mikrofon. Daher werden auch bei Innenaufnahmen Windschutzeinrichtungen eingesetzt, wenn das Mikrofon (z. B. an einer Tonangel) schnell geschwenkt und bewegt wird.
Varianten sind der Fell-Windschutz und der Popschutz. Alle Richtmikrofone sind wegen des Druckgradientenanteils stark windempfindlich. Deutlich weniger empfindlich gegen Luftbewegungen sind Druckempfänger, also Mikrofone mit Kugelcharakteristik.

Der oft als Kugel oder Ellipsoid ausgebildete Windschutz, der auf das jeweilige Mikrofon aufgesteckt wird, soll bei Außenaufnahmen verhindern, dass Windgeräusche die Aufnahme stören. Bei Mikrofonaufnahmen kann bereits ein leichter Windzug zu starken Störgeräuschen (Signalverzerrung) und Gleichspannungsanteilen (Offsetspannungen) im Signal führen. Ein Mikrofon-Windschutz erlaubt je nach Bauart eine Windgeräuschdämpfung der tiefen Frequenzen von 30 bis zu 60 dB. Unterstützend sollte bei Außenaufnahmen ein Trittschallfilter (low cut filter oder auch Hochpassfilter) geschaltet werden.
Bei der Nahbesprechung von Mikrofonen dient er als Schutz vor störenden Pop-Lauten. Daher wird er in Verbindung mit Reportage-Handmikrofonen auch Popschutz, Plopschutz oder Popkiller genannt. Druckgradientenmikrofone reagieren bei Nahbesprechung sehr empfindlich auf tieffrequente Druckwellen, wie sie in Mundnähe bei der Aussprache von vorderen Plosivlauten ([p], [t] usw.) und auch Reibelauten ([f], [s], [ʃ], [x] usw.), Affrikaten ([pf], [tʃ] usw.) entstehen. Nachteil, vor allem eines Schaumstoff-Windschutzes, ist eine gewisse Bedämpfung auch besonders hoher Frequenzen.
Eine Variante des Windschutzes ist ein das Mikrofon komplett umschließender, zusätzlicher Korb, der mit Gazestoff bespannt ist. Dieser hat nur eine geringe Höhenbedämpfung, hält aber Wind zuverlässig ab.
Generell gilt, dass ein großes freies Volumen, begrenzt durch einen Gaze-Korb eine größere Dämpfung der Windgeräusche bewirkt, als ein kleineres. Bei sehr starken Luftbewegungen kann über diesen Korb noch zusätzlich ein Kunststoff-Fellüberzug gezogen werden. Im Jargon wird dieser als Windjammer, Fell, Hund, Pudel, Puschel oder Katze bzw. Deadcat bezeichnet. Dieser verhindert zusätzlich Windgeräusche, indem die Haare Luftturbulenzen um den Korb herum bedämpfen. Windschutze mit Fellbesatz sind auch für Ansteck- oder Handmikrofone gängig und eignen sich vor allem für extreme Windverhältnisse. Die Wirkungsweise des Windschutzes beruht auf der Ablenkung und Brechen des Windes, damit dieser nicht bis zur Mikrofonkapsel durchdringen kann.
Das geforderte große Volumen um das Mikrofon kann durch einen Mikrofonkorb, durch großvolumige Schaumstoffkörper oder andere großvolumige Konstruktionen erreicht werden. In der Regel erhöht sich die Schutzwirkung durch einen Überzug aus Kunstfaserfell.
In Tonstudios werden Windschutze meistens als reine Ploppschutz-Variante genutzt. Das Mikrofon wird hier nicht umschlossen, sondern es wird eine flache Nylonstrumpf-Membran vor dem Mikrofon installiert. Ein solcher Popschutz besteht aus einem ringförmigen Rahmen, der mit einem Nylongewebe bespannt ist, das den Pop-Luftstoß vor dem Mikrofon abbremst. Der Popschutz wird üblicherweise mit einem Schwanenhals am Mikrofonständer befestigt und etwa 5 bis 20 cm vor dem Mikrofon platziert. Es gibt Popschutze mit einfacher oder mit doppelter Nylonbespannung. Als positiver Nebeneffekt schützen sie die Studiomikrofone vor „feuchter Aussprache“.
Es ist sowohl die Schreibweise Popschutz als auch Poppschutz gängig (eingedeutscht aus dem Englischen: pop filter).
Rundfunk-Sendeanstalten lassen oft farblich auffallende Windschutz-Formen produzieren und mit dem jeweiligen Senderlogo versehen, damit bei Fernsehübertragungen die eigene Marke auffällig präsentiert wird. Bei besonders extravaganten Formen leidet hierbei vor allem die akustische Qualität des Systems Windschutz/Mikrofon.

Bernard Wood

Bernard Anthony Wood (* 17. April 1945) ist ein britischer Anatom, vergleichender Morphologe und Professor am Fachbereich Anthropologie der George Washington University in Washington, D.C. Er wurde international bekannt aufgrund seiner paläoanthropologischen Beiträge zur Erforschung der Anatomie der frühen Vorfahren des Menschen in Ostafrika, speziell im Rahmen des von Richard Leakey und Glynn Isaac initiierten Koobi Fora Research Project in Kenia. Wood trug u.a. maßgeblich dazu bei, dass die zuvor als älteste Funde von Homo erectus ausgewiesenen Fossilien heute zur Hominini-Art Homo ergaster gestellt werden.

Von 1963 bis 1969 besuchte Bernard Wood die Middlesex Hospital Medical School der University of London. An dieser Universität erwarb er 1966 den akademischen Grad Bachelor of Science (BSc) im Fach Anatomie und drei Jahre danach den Master-Grad im Fach Pathologie. 1971 wurde er als praktischer Arzt zugelassen, danach war er bis 1973 als wissenschaftlicher Assistent am Department of Anatomy der Middlesex Hospital Medical School tätig.
Ab 1973 lehrte Wood zunächst als Lecturer an der University of London insbesondere im Fachgebiet Anatomie. Hier erwarb er 1974 auch seinen ersten Doktorgrad (PhD) und 1996 den zweiten (DSc). Von 1975 bis 1978 hatte er den Rang eines Senior Lecturers inne, danach bis 1982 den des Readers. 1982 erhielt er die S. A Courtauld Professur für Anatomie an der University of London, die er 1985 zugunsten der Derby Professur für Anatomie an der University of Liverpool aufgab. Ab 1986 war Wood Leiter der Abteilung für die Anatomie des Menschen und für Zellbiologie an der University of Liverpool, ab 1996 Dekan der Fakultät für Medizin.
1997 wechselte Bernard Wood in die USA auf eine Professur für die Ursprünge des Menschen an der George Washington University.
Er ist Mitglied der Anatomical Society of Great Britain and Ireland, der American Association of Physical Anthropologists und der Palaeontological Association.
Kern des wissenschaftlichen Interesses von Bernard Wood ist das Verständnis der Stammesgeschichte des Menschen. Er analysiert dabei nicht nur die anatomischen Veränderungen, sondern versucht, auch die Anpassungsleistungen des Verhaltens sowie das ökologische Umfeld einzubeziehen. Im Rahmen laufender Forschungsprojekte arbeitet er u.a. mit Bioinformationssystemen. Dabei erstellt er Datenbanken, in die einerseits konventionell – durch anatomische Studien – gewonnene Daten eingehen, zugleich aber auch computer-generierte Datensätze zur dreidimensionalen Rekonstruktion von Fossilien. So soll es unter anderem möglich werden, auch die Evolution geschlechtsspezifischer Besonderheiten sowie Variationen innerhalb einzelner Hominiden-Arten aufgrund ökologischer Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Eines seiner Spezialgebiete ist die Analyse der Mikrostruktur des Dentins fossiler Zähne, die mithilfe bildgebender Verfahren ohne Zerstörung des darüber liegenden Zahnschmelzes sichtbar gemacht werden kann.