Franz Fühmann

Franz Antonia Josef Rudolf Maria Fühmann, laut Taufschein Franz Antonie Josef, (* 15. Januar 1922 in Rochlitz an der Iser, Tschechoslowakei; † 8. Juli 1984 in Ost-Berlin) war ein deutscher Schriftsteller. Er lebte und wirkte als (Nach-)Erzähler, Essayist, Lyriker und Kinderbuchautor in der DDR. In seiner Jugend durch den Nationalsozialismus geprägt, wurde er nach dem Krieg Anhänger des Sozialismus, verhielt sich allerdings zunehmend kritisch gegenüber der Entwicklung der DDR, von der er in seinen späten Jahren bitter enttäuscht war.

Franz Fühmann, als Sohn eines Apothekers in Rochlitz an der Iser (Rokytnice nad Jizerou) im Riesengebirge geboren, besuchte nach der Volksschule vier Jahre das Jesuitenkonvikt Kalksburg bei Wien, aus dem er 1936 flüchtete. Er absolvierte fortan das Gymnasium in Reichenberg (Liberec) in Nordböhmen, trat dem Deutschen Turnverein (spätere sudetendeutsche Hitlerjugend) bei und wurde 1937 Mitglied der pennalen Burschenschaft Hercynia. Im Jahre der Annexion des Sudetenlandes durch NS-Deutschland trat er der Reiter-SA bei. Nach einem Schulwechsel legte er 1941 seine Matura am Reform-Realgymnasium in Hohenelbe (Vrchlabí) ab.
Noch 1941 folgte die kurzzeitige Immatrikulation an der Universität Prag (Mathematik), die Verpflichtung im Reichsarbeitsdienst und schließlich der Eintritt in die Wehrmacht. Er war als Nachrichtensoldat in der Sowjetunion und in Griechenland im Einsatz. Noch während des Zweiten Weltkriegs erschienen einige Gedichte in der Wochenzeitung „Das Reich“. 1945 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, wurde aber bereits 1946 zur Antifa-Schule in Noginsk bei Moskau kommandiert.
1949 kam Fühmann aus der Kriegsgefangenschaft in die DDR, wo er bis zu seinem Tode in Märkisch Buchholz und Berlin lebte. Noch im selben Jahr erfolgte der Beitritt in die NDPD. Bis 1958 war er als kulturpolitischer Angestellter in deren Parteiapparat tätig. Seit 1952 war er außerdem Vorstandsmitglied des DSV. Der NDPD gehörte er bis zum Jahr 1972 an. Von 1958 bis zu seinem Tode war er freier Schriftsteller. 1952 kam seine Tochter Barbara zur Welt.
Neben eigener schriftstellerischer Tätigkeit war Fühmann auch kulturpolitisch aktiv. Er förderte viele junge Autoren und setzte sich in späteren Jahren für Schriftsteller ein, die unter Schikanen und Repressionen der DDR-Führung zu leiden hatten. 1976 gehörte er zu den Erstunterzeichnern eines Protestbriefes gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR.
Franz Fühmann erhielt 1955 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze, 1956 den Heinrich-Mann-Preis, wurde 1957 und 1974 mit dem Nationalpreis der DDR, 1977 mit dem Deutschen Kritikerpreis und 1982 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Er erhielt weitere nationale und internationale Auszeichnungen und war Mitglied der Akademie der Künste.
Fühmann starb 1984 an einer Krebserkrankung. Er wünschte sich ausdrücklich, in Märkisch Buchholz, nicht im ungeliebten Berlin begraben zu werden.
Franz Fühmann war ein sehr vielseitiger Autor, der neben frühen eigenen Gedichten, Nachdichtungen aus dem Tschechischen und Ungarischen, vielen Büchern für Kinder und junge Leser, Essays und einem reichhaltigen erzählerischen Werk auch viele ungewöhnliche literarische Versuche unternommen hat. So schrieb er beispielsweise ein Ballett (Kirke und Odysseus), brachte zusammen mit dem Fotografen Dietmar Riemann ein Buch über Menschen mit geistiger Behinderung heraus (Was für eine Insel in was für einem Meer), mit denen er drei Jahre lang immer wieder gearbeitet hatte, und stellte einen Band mit Gedichten zusammen, die er nicht etwa geschrieben (nur die manchmal recht langen Überschriften waren von ihm), sondern Steputats Reimlexikon entnommen hatte (Urworte. Deutsch).
Literatur für Kinder und Jugendliche zu schreiben, war Fühmann zeit seines Lebens ein wichtiges Anliegen. Sein erstes Kinderbuch verfasste er auf Wunsch seiner Tochter Barbara. Später folgte eine Vielzahl weiterer Bücher, unter anderem Märchen, Kasperlstücke, Bücher, die sich mit Sprache beschäftigten und damit spielten (Lustiges Tier-ABC, Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel), und etliche Nacherzählungen von klassischen literarischen Stoffen und Sagen (Reineke Fuchs, Das Hölzerne Pferd (Ilias und Odyssee), Prometheus. Die Titanenschlacht). Fühmann korrespondierte zudem viel mit Kindern, seinen Lesern. So entstanden auch „Auftragswerke“ (Märchen auf Bestellung).
Fühmann hinterließ ein umfangreiches erzählerisches Werk. Seine frühen Erzählungen tragen häufig autobiographischen Charakter. Im Erzählungsband Das Judenauto beschreibt er Sujets aus seiner Kindheit und Jugend. In weiteren Erzählungen setzt er sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus und seiner eigenen Verstrickung auseinander. Der Begriff der „Wandlung“, bei ihm persönlich die vom Anhänger des Nationalsozialismus zum damals noch überzeugten Sozialisten, die Möglichkeit der Wandlung überhaupt sind für Fühmann äußerst wichtig. Diese Themen spielen neben vielen anderen in Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens, das eines von Fühmanns Hauptwerken ist, eine große Rolle. In Form eines Tagebuches einer Ungarnreise reflektiert Fühmann darin über unterschiedliche Themen und flicht auch kleine Erzählungen ein.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt von Fühmanns literarischem Schaffen waren Märchen, Sagen und Mythen. Die Beschäftigung damit durchdringt viele seiner Werke von der Kinderliteratur über viele seiner Erzählungen (Das Ohr des Dionysios) bis hin zu seinem essayistischen Werk. Mit seinen Essays trug Fühmann auch zur Veröffentlichung von Autoren bei, deren Werke in der DDR kaum oder nicht erschienen (Georg Trakl, Sigmund Freud).
Beginnend mit den Zweiundzwanzig Tagen setzte sich Fühmann zunehmend kritischer mit der sozialistischen Gesellschaft der DDR auseinander. Er versuchte – später auch öffentlich – mit einer Vielzahl von Briefen an DDR-Politiker, sie von Änderungen an ihrer Politik, vor allem der Kulturpolitik, zu überzeugen. Sein Werk spiegelt das zunehmend wider, in besonderer Weise Saiäns-fiktschen. Er zog sich aus kulturpolitischen Zusammenhängen der DDR, wie dem Schriftstellerverband der DDR und der Akademie der Künste, zurück. In seinen letzten Lebensjahren begann er, an den politischen Bedingungen in der DDR zu verzweifeln; sein Briefwechsel mit Christa Wolf (Monsieur – wir finden uns wieder) zeigt dies besonders deutlich. Auch sein lange geplantes Hauptwerk, das in seinen Briefen und Notizen immer wieder auftauchende „Bergwerksprojekt“, konnte er nicht vollenden. Es erschien postum, versehen mit dem von ihm selbst hinzugefügten Untertitel „Fragment eines Scheiterns“ unter dem Titel Im Berg. Dieses 1991 erschienene Buch, das neben dem Fragment weitere Texte enthält, zeigt aber auch, dass dieses Spätwerk dennoch vom literarischen Gesichtspunkt aus gelungen ist. Die unter Literaturwissenschaftlern nicht einheitliche Beurteilung zeigt sich darin, dass manche, wie die Literaturwissenschaftlerin und sehr gute Kennerin des Werks, Sigrid Damm, Fühmanns Selbsteinschätzung direkt auf ebendies Werk beziehen.
Zitat aus seinem Testament, ein Jahr vor seinem Tod:
Den literarischen Nachlass Fühmanns pflegt die Akademie der Künste in Berlin, seine etwa 17.000 Bände umfassende, mit vielen Anstreichungen und Notizen versehene Arbeitsbibliothek ist Teil der Historischen Sammlungen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Die Faszination des Werkes Fühmanns zeigt sich unter anderem darin, dass sich auch heute noch junge Künstler wie beispielsweise Barbara Gauger für sein Werk einsetzen. Auch die Arbeit des Franz-Fühmann-Freundeskreises Märkisch Buchholz/Berlin zeugt von dem Weiterwirken des Werkes Franz Fühmanns.
Im Roman Der Turm von Uwe Tellkamp trägt die Figur des Georg Altberg deutlich fühmannsche Züge.
Neuerscheinungen:
Filme, die nach Werken von Franz Fühmann entstanden sind oder für die er das Drehbuch schrieb:

Nyvangs Sogn

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Nyvangs Sogn ist eine Kirchspielsgemeinde (dän.: Sogn) auf der dänischen Insel Seeland. Bis 1970 gehörte sie zur Harde Ars Herred im damaligen Holbæk Amt, danach zur Kalundborg Kommune im Vestsjællands Amt, die wiederum im Zuge der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 in der erweiterten Kalundborg Kommune in der Region Sjælland aufgegangen ist.
Am 1. Januar 2015 lebten von den 16.343 Einwohnern der Stadt Kalundborg 4200 im Kirchspiel. Die „Nyvangs Kirke“ liegt auf dem Gebiet der Gemeinde.
Nachbargemeinden sind im Osten Tømmerup Sogn, im Süden Årby Sogn, sowie im Nordwesten Vor Frue Sogn. Im Westen grenzt das Kirchspiel an die Ostsee.
Alleshave | Aunsø | Bakkendrup | Bjergsted | Bregninge | Buerup | Drøsselbjerg | Finderup | Føllenslev | Gierslev | Gørlev | Hallenslev | Jorløse | Kirke Helsinge | Lille Fuglede | Nyvangs | Raklev | Reerslev | Reersø | Rørby | Røsnæs | Sejerø | Solbjerg | Store Fuglede | Svallerup | Sæby | Særslev | Tømmerup | Ubby | Viskinge | Vor Frue | Værslev | Årby | Ørslev

Patch Adams

Hunter Doherty „Patch“ Adams (* 28. Mai 1945 in Washington, D.C.) ist ein US-amerikanischer Arzt. Adams hat 1972 das „Gesundheit! Institute“ gegründet. Sein Leben war das Vorbild für den Film Patch Adams mit Robin Williams in der Titelrolle. Adams lebt heute in Arlington, Virginia, wo er in Zusammenarbeit mit dem Institut alternative Heilkunst praktiziert.
Patch Adams ist auch Sozialaktivist, „Bürger-Diplomat“, Profi-Clown, Darsteller und Autor. Jedes Jahr organisiert er eine Gruppe von freiwilligen Clowns aus der ganzen Welt, die gemeinsam nach Russland reisen, um Waisen, Kranken und allen anderen Hoffnung zu geben. 1998 hat er auch Bosnien-Herzegowina besucht. Außerdem ist er Schirmherr des Berliner Vereins namu Art for Life Network e. V., mit dessen Akteuren er seit 2009 Kinder in Berliner Kliniken besucht.

Patch Adams promovierte 1971 am Medical College of Virginia. Er ist überzeugt von einer starken Verbindung zwischen Umwelt und Wohlbefinden. Er glaubt, dass die Gesundheit des Individuums nicht von der Familie, der Gemeinschaft und der ganzen Welt getrennt werden kann. In diesem Geiste wurde von ihm und einigen Freunden das Gesundheit! Institute gegründet, das zwölf Jahre lang als kostenlose Einrichtung bestand.
Eine veränderte Form des Institutes ist in West Virginia in Planung: eine kostenlose Klinik in einer gesundheitsorientierten Öko-Gemeinschaft. Das Ziel ist, ein traditionelles Krankenhaus mit alternativer Medizin (Akupunktur, Homöopathie, etc.) zu kombinieren. Die Pflege soll medizinische Behandlung, aber auch künstlerischen Ausdruck, Handwerk, Naturerlebnis, Bodenbewirtschaftung und Entspannung beinhalten. Freiwillige werden auf der Website des Projekts schon jetzt um Mithilfe gebeten, obwohl das Krankenhaus selbst noch nicht erbaut ist. Momentan arbeiten diese mit dem dort ansässigen Frauengefängnis und einem kleinen Spital in der Region zusammen. Diese Arbeit wird durch einige Videos und Bücher (siehe Website) dokumentiert.
Auch als politischer Aktivist ist Patch Adams in Erscheinung getreten: Eine von ihm unterstützte Bewegung ist MindFreedom International. Der Zusammenschluss von ungefähr hundert Initiativen tritt für die Menschenrechte von Patienten ein, bei denen psychische Störungen diagnostiziert wurden. Adams spielt hier eine führende Rolle im Kampf gegen die von Präsident George W. Bush vorgeschlagene „New Freedom Commission on Mental Health“ („Neue Freiheits-Kommission zur mentalen Gesundheit“).
Der ehemalige Geschäftsführer von MindFreedom International, David Oaks, sagte, dass „Präsident Bush jeden Amerikaner auf ‚geistige Gesundheit‘ untersuchen lassen möchte“. Adams antwortete, indem er sich anbot, Bush zu untersuchen: „Er braucht jede Menge Hilfe. Ich werde ihn gratis empfangen.“

Prinetti & Stucchi

Prinetti & Stucchi war ein italienischer Hersteller von Automobilen.

Das Unternehmen Prinetti & Stucchi aus Mailand, das Fahrräder und Nähmaschinen produzierte, begann 1898 auch mit der Produktion von Automobilen. Im gleichen Jahr begann Ettore Bugatti seine Lehre in diesem Unternehmen. 1902 wurde die Produktion von Automobilen eingestellt.
Es wurden Dreiräder und vierrädrige Autos produziert. Für den Antrieb sorgten Einzylinder-Einbaumotoren von De Dion-Bouton. In einige Fahrzeuge wurden zwei Einzylindermotoren montiert. Ein Prototyp von Ettore Bugatti mit vier Rädern und einem Motor pro Rad ging nicht in Serie. Bugatti nannte es später seinen Type 1. Dieses Fahrzeug ist nicht erhalten geblieben.
Ein Fahrzeug dieser Marke gehört zur Sammlung des Museo dell’Automobile Carlo Biscaretti di Ruffia in Turin.
Adami | Adem | ALFA | Aquila Italiana | Ardita | Aster | Ausonia | Beccaria | Bender & Martiny | Bernardi | Bianchi | Bonacini | Brevetti Fiat | Brixia-Züst | Bugatti & Gulinelli | Caesar | Cantono | CAR | Carcano | Ceirano (1901–1904) | Ceirano (1903–1904) | Ceirano (1904–1905) | Ceirano (1905–1905) | Chiribiri | Darracq Italiana | De Luca | De Vecchi | Diatto | Dual-Turconi | Elka | Emanuel | Eridano | Esperia | Faccioli | FAS | Feroldi | Fert | FIAL | Fiat | Fiat-Ansaldi | Fides | Figini | FLAG | Flirt | Florentia | Florio | Folgore | FRAM | Franco | Frejus | Frera | Frigerio | FTA | Galileo | Gallia | Guaraldi | Hermes Italiana | Invicta | Isotta Fraschini | Itala | Junior | Lancia | Lanza | Lombarda | Lux | Macagno | Maggiora | Majocchi | Marca-Tre-Spade | Marchand | Marengo | Marocchi | Menon | Miari & Giusti | Milano | Millo | Minutoli-Millo | Mirabilis | Nazzaro | NB | Newton | Newton & Bennett | OM | OMS | OMT | OTAV | Ottolini | Padus | Perfecta | Peugeot-Croizat | Prinetti & Stucchi | Quagliotti | Rapid | Rebus | Ricordi | Ricordi e Molinari | Rosselli | SAL | Salva | San Giorgio | Scacchi | SCAT | Scirea | Serpollet Italiana | SIMS | SIVE | SMB | SPA | STAE | Standard | STAR | Storero | Taurinia | Temperino | Turinelli & Pezza | Turkheimer | VALT | Vespa | Vittoria | Welleyes | Wolsit | Z | Zambon | Zena | Zeta | Züst

Aedermannsdorf

Aedermannsdorf
Aedermannsdorf (in einheimischer Mundart: [ˈæːdmiʃˌdɔː(r)fː]/[ˈæːdərmanːʃˌdɔː(r)fː]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Thal des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Aedermannsdorf liegt auf 531 m ü. M., 7 km westlich des Bezirkshauptortes Balsthal (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich in einer Mulde des Meisebachs, auf der Sonnseite am nördlichen Talrand des Balsthalertals, am Fuss der Brunnersbergkette im Solothurner Jura.
Die Fläche des 12.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt im westlichen Teil des Balsthaler- oder Dünnerntals, eines Längstals im Solothurner Jura. Der zentrale Teil des Gebietes wird vom rund 500 m breiten flachen Talboden der Dünnern eingenommen. Nach Süden reicht der Gemeindebann auf die Antiklinale der Weissensteinkette und umfasst dabei den dicht bewaldeten steilen Nordhang des Rüttelhorns (1’193 m ü. M.) zwischen den beiden Erosionstälchen Riedgraben im Westen und Horngraben im Osten, die in die harten Kalkschichten eingeschnitten sind.
Nördlich an die Talebene der Dünnern schliesst die vom Meisebach durchflossene Mulde von Aedermannsdorf an. Weiter im Norden erstreckt sich der Gemeindeboden über den zunächst relativ sanft ansteigenden Hang bis auf die Antiklinale der Brunnersbergkette mit den Höhen von Karlisberg (1’171 m ü. M.), Zentner (mit 1’238 m ü. M. die höchste Erhebung von Aedermannsdorf) und der felsigen Geissflue (1’102 m ü. M.). Ein kleiner Teil im oberen Einzugsgebiet des Guldentals gehört ebenfalls zu Aedermannsdorf. Die nordwestliche Grenze bildet der beim Scheltenpass liegende Matzendörfer Stierenberg (1’222 m ü. M.). Mit einem schmalen Zipfel im äussersten Westen reicht die Gemeindefläche in das stark gekammerte Gebiet bei den Höfen von Solterschwang im Quellbereich der Gabiare (Zufluss des Scheltenbachs). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 3 % auf Siedlungen, 47 % auf Wald und Gehölze und 50 % auf Landwirtschaft.
Zu Aedermannsdorf gehören zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut im Balsthalertal und auf den Höhen der Brunnersbergkette liegen. Nachbargemeinden von Aedermannsdorf sind Beinwil, Mümliswil-Ramiswil, Matzendorf und Herbetswil im Kanton Solothurn sowie Rumisberg, Seehof und Schelten im Kanton Bern.
Mit 546 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014) gehört Aedermannsdorf zu den kleineren Gemeinden des Kantons Solothurn. Aedermannsdorf zählte 1850 486 Einwohner, 1900 waren es 476. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl im Bereich zwischen 450 und 550 Einwohnern. Seit 1980 (461 Einwohner) wurde insgesamt wieder ein Bevölkerungswachstum verzeichnet.
Aedermannsdorf war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Im Lauf des 16. Jahrhunderts wurden die Höhen der Brunnersbergkette gerodet, ausgedehnte Sömmerungsweiden für das Vieh geschaffen und mehrere Sennhöfe erbaut. Schon seit dem Mittelalter gab es bei Aedermannsdorf Eisenschmelzen. Im 18. Jahrhundert war die Weberei weit verbreitet und ab 1840 wurde die Posamenterei in Heimarbeit verrichtet, oft als zusätzlichen Erwerb neben der Landwirtschaft.
Noch heute haben der Ackerbau in den tieferen Lagen sowie die Milchwirtschaft und die Viehzucht in den oberen Gemeindeteilen einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Aedermannsdorf sind Betriebe des Holzbaus und der Holzverarbeitung, des Baugewerbes und des Landmaschinenbaus sowie eine Steingut- und Porzellanfabrik (1961 aus der ehemaligen Fayencefabrik hervorgegangen) vertreten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in Balsthal sowie im Raum Olten-Solothurn arbeiten.
Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt rund 1 Kilometer neben der Hauptstrasse von Oensingen nach Moutier. Durch einen Postautokurs, der die Strecke von Balsthal nach Gänsbrunnen bedient, ist Aedermannsdorf an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1308 als Odermarstorf; später erscheint der Name in den Varianten Edermansdorf (1318), Edelmanstorff (1406), Edermarstorf (1494) &c. Der Ortsname geht zurück auf eine Zusammensetzung aus dem althochdeutschen Personennamen *Adermar beziehungsweise Odermar und dem in alamannischen Siedlungsnamen verbreiteten Grundwort dorf ‚Weiler, Hof, Dorf, Gut, Stadtviertel‘.
Im Mittelalter gehörte Aedermannsdorf zur Herrschaft Neu-Falkenstein. Im Jahr 1420 kam der Ort durch Kauf unter die Herrschaft von Solothurn und wurde der Landvogtei Falkenstein zugeordnet. Schon seit dem 15. Jahrhundert gab es verschiedene Eisenschmelzen auf dem Gebiet des Dorfes. 1779 wurde die Hammerschmiede an der Dünnern gegründet, in der Waffen, Pfannen und Werkzeug geschmiedet wurden.
Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime (1798) wurde Aedermannsdorf dem Bezirk Balsthal-Thal zugeteilt. Ebenfalls im Jahr 1798 gründete Ludwig von Roll eine Fayencefabrik, die Steingut- und Fayencegeschirr von hoher Qualität herstellte. Im 19. Jahrhundert, insbesondere von 1850 bis etwa 1870, war das Tal von schwerer Armut und Hungersnöten betroffen, so dass viele Bewohner auswandern mussten. Die Hammerschmiede wurde 1841 aufgegeben, und die Gebäude beherbergten danach eine Gerberei, eine Spinnerei und eine Uhrenschalenfabrik, die jedoch heute nicht mehr existieren.
Mit dem Bau der Pfarrkirche Sankt Joseph wurde Aedermannsdorf 1967 eine selbständige Pfarrei; vorher gehörte es zur Kirchgemeinde Matzendorf. Das älteste Bauernhaus des Dorfes ist das Gallihaus, das im Kern von 1510 stammt; die Josephskapelle wurde 1691 errichtet. Im Horngraben steht die Sankt Antoniuskapelle in der Nähe einer Einsiedelei, die um 1450 gegründet wurde.
Dorfkern mit Dorfbrunnen
Katholische Kirche St. Joseph
St. Josephskapelle
Friedhof
Gemeindehaus
Schulhaus
Blasonierung
Aedermannsdorf | Balsthal | Gänsbrunnen | Herbetswil | Holderbank | Laupersdorf | Matzendorf | Mümliswil-Ramiswil | Welschenrohr
Kanton Solothurn | Bezirke des Kantons Solothurn | Gemeinden des Kantons Solothurn

Aeródromo de Villaframil

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Aeródromo de Villaframil ist ein Flugplatz im Gemeindegebiet von Ribadeo an der Küste vom Golf von Biskaya in Galicien.
Der Flugplatz liegt rund vier Kilometer nordwestlich der Stadt Ribadeo und ist für die zivile Luftfahrt unter VFR-Bedingungen zugelassen.
Neben einem Hangar und einer Tankstelle befindet sich seit 2010 die Fertigungshalle des Flugzeugherstellers Construcciones Aeronáuticas de Galicia auf dem Flugplatzgelände. Betreiber ist der Club Aéreo de Ribadeo. Eigentümer ist die Stiftung Fundación Rafael Del Pino.
Der private Flugplatz wurde vom spanischen Bauunternehmer Rafael del Pino in 1960er-Jahren in der Nähe des Yachthafen erbaut, der dort neben seiner Segelyacht auch ein Haus hatte, in dem er schon als Jugendlicher lebte. Die ursprüngliche Startbahnlänge betrug 600 Meter, sie wurde später verlängert und asphaltiert. Rafael del Pino verpachtete den Flugplatz an Aéreo-Club für eine geringe Gebühr von einer Pesete im Jahr. Mit der Auflage, dass der Flugplatz gemeinnützig und kostenlos genutzt werden darf. Für die Nutzung des Flugplatzes werden keine Landegebühren erhoben.

Afrasiab (Stadt)

39.67142166.987548700Koordinaten: 39° 40′ 17,1″ N, 66° 59′ 15,2″ O
Der Tell von Afrasiab (usbekisch Afrosiyob) liegt nördlich von Samarkand (Marakanda) in Usbekistan. Er besteht aus einer Zitadelle (Schahr-i-Stan) und der eigentlichen befestigten Stadt. Er ist ca. 220 ha groß und von dreieckiger Form. Er weist vier Bauphasen auf. Die Stadt hat ein System rechtwinkliger gepflasterter Straßen und entsprechender Wohnblocks. Auch Moscheen und Werkstätten wurden ausgegraben.

Der Name Afrāsiāb (persisch افراسياب) wird volkstümlich mit dem Namen des legendären Königs von Tūrān in Verbindung gebracht, doch Wissenschaftler sehen den Namen als eine Entstellung des tadschikischen Wortes Parsīāb an (sogdisch Paršvāb), was „Oberhalb des schwarzen Flusses“ bedeutet – der Fluss Sīāh-Āb, „Schwarzer Fluss“, fließt nördlich der Stadt.
Afrasiab war schon in gräko-baktrischer Zeit (etwa 250 v. Chr. bis 10 n. Chr.) eine bedeutende Siedlung. Nach dessen Fall Ende des 2. Jahrhunderts wurde es Teil des Kuschan-Reiches.
Nach dem Ende des Sasaniden-Reiches um 628 geriet Sogdien und damit auch Afrasiab zunehmend unter chinesischen Einfluss. Ab 636 begann auch die arabische Eroberung, die 651 Merw erreichte. Nach 670 verloren die Chinesen Zentralasien an die Tibeter, Sogdien fiel in der Folge ab 673 an die Umayyaden. im 7. Jahrhundert prägte man hier auch eigene Münzen. Aus dieser Zeit stammen auch Wandmalereien, die den Empfang Gesandter aus China und Korea zeigen.
In sogdischer Zeit befand sich in Afrasiab der Palast des ichschidischen Herrschers von Samarkand. Seit dem 9. Jahrhundert stellte hier, wahrscheinlich wegen des zurückgehenden Porzellanexportes aus China eine Manufaktur weiße Keramik mit abstrakten und floralen Unterglasurmalereien her, die unter anderem die byzantinische Keramikproduktion beeinflussten. Die Gemeinde wurde reich und mächtig durch die Kontrolle der Seidenstrasse.
Vor der mongolischen Eroberung Zentralasiens war Afrasiab Teil des Reiches des Choresm-Schahs. Nachdem Buchara bereits 1220 gefallen war, griff Dschingis Khan Samarkand an. Die turkmenische Garnison lief zu den Mongolen über, die sie aber niedermachen ließen. Nach fünftägigem hartnäckigem Widerstand fiel Afrasiab und wurde vollständig zerstört.
Bekannt ist Afrasiab außerdem aus einem Gedicht des Persers Sa’adi: „Die Spinne webt die Vorhänge im Palast der Cäsaren, die Eule ruft von Afrasiabs Türmen die Stunde aus.“ Diese Zeilen über die Vergänglichkeit weltlicher Macht soll Mehmed II. Fatih nach der Eroberung Konstantinopels 1453 bei der Besichtigung der Ruinen des Großen Palastes zitiert haben.
Ausgedehnte Wandmalereien scheinen für sogdische Paläste typisch zu sein. Außer in Afrasiab fanden sie sich auch in Pendschikent, in Bundschikat (bei Schahriston), in geringen Resten in Tschilchudschra und im Palast von Warachscha (westlich Buchara). Sie befinden sich in einem Palast in der Südstadt in einem Saal von 10 × 10 m² Größe. Sogdische Inschriften informieren über die Identität der Dargestellten und liefern so wichtige Information über die Nationaltrachten der Zeit. An der Südwand ist der Empfangs von hunnischen Botschaftern unter Leitung von Bur-Satak aus Tschangian am Hofe dargestellt. Unter ihnen ist auch ein Botschafter aus Korea vertreten. Auf der Ostwand sind vor blauem Hintergrund speerbewehrte Reiter auf der Tigerjagd in sogdischem Stil dargestellt, während die Nordwand chinesischen Stil zeigt.
In Afrasiab wurden vielfältige Terrakottafiguren ausgegraben. Dazu gehören eine behelmte Athene, Terrakottas nach Arethusa-Stil, sogdische und türkische Reiter, Jungen und Mädchen mit königlicher Kopfbekleidung, dämonische Kreaturen sowie ein bewaffneter sogdischer Paladin.
Gebeine wurden nach zoroastrischer Tradition in beschmückten Beinhäusern aufbewahrt.
Das Museum von Samarkand wurde 1896 gegründet. Es enthält Funde aus Afrasiab vom 4.-13. Jh.
Bereits kurz nach der russischen Eroberung Zentralasiens fanden hier Grabungen statt, unter anderem durch Oberstleutnant Krestovskij 1833 und Major Borzenkov 1874. Man zog hauptsächlich schmale Suchgräben und deckte so Gebäude auf, konnte aber die Stratigraphie und Baugeschichte nicht klären. Nach den Militärs übernahm der Archäologe I. Veselovskij die Grabungen, seit dem Beginn des 20. Jh. war hier V. L. Vjatkin tätig, dann I. A. Terenoschkin. Seit 13 Jahren gräbt eine französisch-usbekische Expedition unter F. Grenet and M. Ch. Isamiddinov in Afrasiab.
Die Schichten Afrasiab II und III stammen aus der gräko-baktrischen Zeit. Schon jetzt war die Stadt ein Zentrum der Keramikproduktion. In Afrasiab III wurde eine sehr feine Ware mit rotem Überzug und roter Glasur hergestellt. In den Bauwerken finden zum ersten Mal gebrannte Ziegel Verwendung. Auch in der Zeit des Kuschan-Reiches war Afrasiab eine bedeutende Siedlung.
Die Schah-i-Sinda (Persisch: „Der lebende König“) ist eine Gräberstraße am Rande von Afrasiab. Hier sind unter anderem der Gelehrte Kadi Zade Runi und weibliche Mitglieder der Herrscherfamilie von Samarkand begraben. Das Grab von Kussam ibn Abbas, dem Neffen Mohammeds ist der Mittelpunkt des Gräberfelds. Er gilt als der ‚lebende Herrscher‘. Der Legende nach wurde er bei der Eroberung Mittelasiens von den Ungläubigen geköpft, stieg danach aber mit dem Kopf unter dem Arm in einen Hügel, in dem er sich bis heute verborgen hält. Auf diesem Hügel steht heute ein Grabmal aus dem 15. Jh.

Bo Berglund

Bo Berglund (* 6. April 1955 in Själevad) ist ein ehemaliger schwedischer Eishockeyspieler, der in seiner aktiven Zeit von 1973 bis 1990 unter anderem für die Nordiques de Québec, Minnesota North Stars und Philadelphia Flyers in der National Hockey League gespielt hat.

Bo Berglund begann seine Karriere als Eishockeyspieler in der Nachwuchsabteilung von MoDo AIK, für dessen Profimannschaft er von 1973 bis 1977 in der höchsten schwedischen Spielklasse aktiv war – zunächst in der Division 1 und anschließend ab der Saison 1975/76 in der neu gegründeten Elitserien. In seiner Zeit bei MoDo wurde er im NHL Amateur Draft 1975 in der achten Runde als insgesamt 140. Spieler von den Boston Bruins ausgewählt. Da diese ihn anschließend jedoch nicht verpflichteten, spielte er von 1977 bis 1983 für Djurgårdens IF in der Elitserien. Mit seiner Mannschaft belegte er zunächst in der Saison 1978/79 den zweiten Platz und wurde in der Saison 1982/83 schließlich Schwedischer Meister mit Djurgårdens IF.
Im Anschluss an den Meistertitel in Schweden wurde Berglund im NHL Entry Draft 1983 im relativ späten Alter von 28 Jahren in der zwölften Runde als insgesamt 232. Spieler von den Nordiques de Québec ausgewählt. In der Saison 1983/84 – seinem Rookiejahr in der National Hockey League – erzielte er in insgesamt 82 Spielen 45 Scorerpunkte, davon 18 Tore, für die Nordiques. Auch die folgende Spielzeit begann er bei den Nordiques, ehe er am 14. Dezember 1984 zusammen mit Tony McKegney im Tausch gegen Brad Maxwell und Brent Ashton an die Minnesota North Stars abgegeben wurde. Bis Saisonende erzielte er für diese in 35 Spielen sechs Tore und neun Vorlagen, während er parallel drei Mal für deren Farmteam Springfield Indians in der American Hockey League auf dem Eis stand. Auch die Saison 1985/86 begann der Schwede bei den North Stars, wurde jedoch bereits nach je drei Spielen für Minnesota in der NHL und die Springfield Indians in der AHL zusammen mit Dave Richter für Todd Bergen und Ed Hospodar zu den Philadelphia Flyers transferiert. Dort konnte er sich jedoch nicht durchsetzen und stand nur in sieben Spielen für die Flyers in der NHL auf dem Eis, während er in der gesamten restlichen Spielzeit für deren AHL-Farmteam Hershey Bears aktiv war.
Im Sommer 1986 kehrte Berglund in seine schwedische Heimat zurück, wo er einen Vertrag beim Zweitligisten AIK Solna erhielt, mit dem er auf Anhieb den Aufstieg in die Elitserien erreichte. In der Elitserien konnte er für AIK vor allem in der Saison 1987/88 überzeugen. In dieser erzielte er in insgesamt 44 Spielen 63 Scorerpunkte, davon 28 Tore, womit er Topscorer der Elitserien wurde. Auch aus diesem Grund erhielt er den Guldpucken als bester schwedischer Spieler des Jahres und wurde zudem in das schwedische All-Star Team gewählt. Im Anschluss an die Saison 1989/90 beendete der mittlerweile 35-jährige Berglund eine Karriere. Seit 2009 ist er als Scout für die Buffalo Sabres aus der NHL tätig.
Für Schweden nahm Berglund im Juniorenbereich 1974 an der U19-Junioren-Europameisterschaft und der U20-Junioren-Weltmeisterschaft teil. Im Seniorenbereich stand er im Aufgebot seines Landes bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid und 1988 in Calgary sowie bei der Weltmeisterschaft 1989. Bei den Olympischen Winterspielen gewann er mit seiner Mannschaft jeweils die Bronzemedaille.

Rathaus (Vaduz)

Das Rathaus zu Vaduz, dem Hauptort Liechtensteins, wurde in den Jahren 1932 und 1933 nach den Plänen von Franz Roeckle errichtet. Das einem mittelalterlichen Städtebau nachempfundene Gebäude ist seither Tagungsort des Gemeinderates.

Im Jahr 1931 fasste die Gemeinde Vaduz den Beschluss, ein neues Gemeindehaus zu errichten. In der Folge wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem verschiedene Architekten mit eigenen Projektvorschlägen teilnahmen. Im Februar 1932 erhielt schliesslich der liechtensteinische Architekt Franz Roeckle – nach mehreren Überarbeitungen – den Planungsauftrag und im September des gleichen Jahres stimmte schliesslich der Vaduzer Gemeinderat den Plänen zu.
Am 19. November 1933 wurde das Rathaus eröffnet. Die Baukosten betrugen dabei fast das Dreifache der Gesamteinnahmen der Gemeinde im Jahr, sodass der Gemeinderat entschied, Teile des Gebäudes zu vermieten. Im Jahr 1984 wurde schliesslich der letzte Mietvertrag – mit der Liechtensteinischen Landesbank, die Teile des Rathauses als Wechselstube genutzt hatte – gekündigt, sodass das Rathaus seither nur noch Gemeindezwecken dient.
Das Rathaus besitzt einen rechteckigen Grundriss mit angeschlossenen Turmbau. Das Gebäude erinnert dabei durch zahlreiche Architekturelemente an die Blütezeit mittelalterlicher deutscher Städtebauten.
Abgeschlossen wird das Gebäude durch ein Satteldach und zwei tiefer liegende Pultdächer, sowie im Osten und Westen durch einstufige Treppengiebel.
An der Ostfassade ist ein aus Stein gemeisseltes Gemeindewappen angebracht, das im Jahr 1983 angefertigt wurde. Ein im Jahr 1932 erstelltes und vom Fürsten verliehenes Wappen wurde in den 1980er Jahren vom alten Standort an die Nordwestfassade des Rathauses unplatziert.
Die Südostseite des Rathauses wird durch ein im Jahr 1937 erstelltes Fresko verziert, das am Balkonbereich angebracht ist. Es zeigt den Heiligen Urban – Patron der Winzer – der in den Händen die Spitzen eines Weinstockes hält, die an den Seiten der Balkontür zu ihm emporzuwachsen scheinen. Die Darstellung verdeutlicht dabei die nach wie vor grosse Tradition des Weinbaus in Vaduz. Irrtümlicherweise wurde der Heilige Urban als Papst dargestellt.
Südöstlich des Rathauses ist der Rathausplatz gelegen. Im Jahr 2006 wurde der Platz umfassend umgestaltet und besitzt seither einen roten Kunststoffboden, wie er auch bei Tennisanlagen Verwendung findet. Der Rathausplatz wird für diverse Veranstaltungen genutzt, wie z.B. für Märkte oder Sportveranstaltungen.
47.1406944444449.5218611111111Koordinaten: 47° 8′ 26″ N, 9° 31′ 19″ O; CH1903: 758009 / 223177

St. Nikolaus (Zollgrün)

Die evangelische Dorfkirche St. Nikolaus steht im Ortsteil Zollgrün der Stadt Tanna im Saale-Orla-Kreis in Thüringen.

1445 wurde die Kirche erstmals und das Dorf 1343 urkundlich genannt.
1922 erfolgte die Weihe des Glockengeläuts, dem 1974 eine dritte Glocke hinzugefügt wurde, sowie 1957 eine grundhafte Renovierung des Gotteshauses. Die Emporen erhielten eine künstlerische Farbgestaltung.
Auf dem Altar steht ein gotischer Schrein ohne Flügel aus dem Jahr 1553 mit der Verspottung Christi. Rechts im Altarraum steht der Taufstein aus dem Jahr 1628 und das Taufbecken von 1828.
1981–1982 wurde eine neue Orgel eingebaut, 1990 das elektrische Geläut. 1992–1993 folgten neue Fenster; innen und außen wurde Putz ausgebessert und ein neuer Anstrich angebracht. Auch die Friedhofsmauer wurde ausgebessert.
1994 brachte man Gedenktafeln für die Opfer beider Weltkriege an der Kirchenaußenwand an. 1996 erfolgte die Sanierung des Kirchturms, des Turmknopfs und des Kreuzes. 2003 wurden die Räume instandgesetzt. 2007 wurde die Eingangstür und 2009 der Gemeinderaum sowie die Leichenhalle renoviert.
50.51555611.829444Koordinaten: 50° 30′ 56″ N, 11° 49′ 46″ O