Fußball-Europameisterschaft 2020

Die Fußball-Europameisterschaft 2020 findet, als 16. Austragung des Wettbewerbs, in 13 europäischen Städten in 13 europäischen Ländern statt. Wie schon 2016 werden 24 Länder an der Endrunde teilnehmen. 20 Mannschaften qualifizieren sich direkt über die EM-Qualifikation, vier weitere über die UEFA Nations League 2018/19 und die Play-offs im März 2020. Halbfinals und Finale werden im Wembley-Stadion in London ausgetragen.

Am 30. Juni 2012 äußerte UEFA-Präsident Michel Platini die Idee, den Wettbewerb statt in einem oder zwei Ländern europaweit auszutragen. Am 6. Dezember 2012 entschied die UEFA, dass die Endrunde 2020 in ganz Europa ausgetragen werden soll. DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock sagte in einem Interview, dass eine europaweite Europameisterschaft, die auch eine einmalige Sache wäre, aufgrund des dann 60-jährigen Jubiläums des Wettbewerbs ausgetragen werden würde. Die Spiele sollen in 13 Städten in 13 europäischen Ländern stattfinden. 12 Städte sind für jeweils drei Gruppenspiele und eine Achtel- oder Viertelfinalbegegnung vorgesehen. Die beiden Halbfinals und das Endspiel sollen in einer 13. Stadt ausgetragen werden.
Die Bewerbungskriterien wurden am 25. Januar 2013 beschlossen. Jeder von den insgesamt 54 Nationalverbänden kann maximal zwei Bewerbungen einreichen: eine für die drei Gruppenspiele und Achtel- oder Viertelfinalbegegnung sowie eine für die Halbfinalspiele und das Endspiel. Dabei kann ein Verband beide Bewerbungen mit derselben Stadt einreichen oder zwei verschiedene Städte vorschlagen. Die Mindestkapazitäten für die Stadien betragen 70.000 Plätzen für die Halbfinalspiele und das Endspiel, 60.000 Plätzen für jeweils drei Gruppenspiele und ein Viertelfinalspiel sowie 50.000 Plätzen für jeweils drei Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel. Es werden bis zu zwei Ausnahmen gewährt für Stadien mit einer Netto-Mindestkapazität von 30.000 Plätzen für Gruppen-/Achtelfinalspiele. Geplante Stadionneubauten sind im Bewerbungsverfahren zulässig, doch müssen die Bauarbeiten spätestens 2016 beginnen. Andernfalls könnten die Spiele nachträglich an eine andere Stadt vergeben werden.
Im April 2013 erfolgte der Beginn des Bewerbungsverfahrens. Im September 2013 wurden die Bewerbungen der Kandidaten formell bestätigt. Bis April 2014 sollten die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden, sodass schließlich im September 2014 die Austragungsstädte durch das UEFA-Exekutivkomitee bestimmt werden konnten.
Insgesamt 32 Mitgliedsverbände hatten bis zum ersten Stichtag am 12. September 2013 ihr Interesse an einer Ausrichtung bekundet. Von ihnen haben 19 Verbände bis zum 25. April 2014 eine Bewerbung eingereicht. Am 19. September 2014 benannte die UEFA die 13 Austragungsstädte (fett dargestellt).
Bewerbung für beide Halbfinals und das Finale:
Bewerbung für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinalspiel:
Bewerbung zurückgezogen:
Am 30. August 2013 gab das DFB-Präsidium bekannt, dass sich für Deutschland München für die Austragung der EM bewerben wird. Die Bewerbung von Berlin wurde abgelehnt. Am 3. September 2014 gab der DFB bekannt, auf eine Bewerbung Münchens zu den Final- und Halbfinalspielen zugunsten Londons verzichten zu wollen, wenn im Gegenzug der englische Fußballverband den DFB bei der Ausrichtung der EM 2024 in Deutschland unterstützt, und möchte seinerseits die Engländer bei der Ausrichtung der EM 2028 unterstützen. Endgültig auf die Halbfinalpartien und das Finale verzichten wollte der DFB jedoch nicht.
Am 5. September 2013 wurde bekannt, dass Basel sich als Schweizer Spielort für die EM bewerben wird. Basel war die einzige Stadt in der Schweiz, welche Interesse an einer Ausrichtung bekundet hatte. Im St. Jakob-Park wurden 2008 bereits einige Spiele der damaligen Fußball-Europameisterschaft ausgetragen.
Aserbaidschan und Georgien hatten ursprünglich eine gemeinsame Bewerbung ins Auge gefasst, zum Ablauf der Meldefrist gab jedoch nur Georgien seine Bewerbung ab. Nachdem Aserbaidschans Hauptstadt Baku bei der Vergabe um die Olympischen Spiele 2020 gescheitert war, schloss sich das Land doch wieder der georgischen Bewerbung an.
Irland, Schottland und Wales bewarben sich gemeinsam um die Austragung des Wettbewerbs. Eine gemeinsame Bewerbung von Irland und Schottland für die Europameisterschaft 2008 war zuvor gescheitert.
Am 17. April 2012 gab der türkische Verband seine Bewerbung für die Europameisterschaft bekannt. Die Türkei war zuvor mit ihren Bewerbungen für 2008 (gemeinsam mit Griechenland), 2012 und 2016 gescheitert. Da die Türkei als haushoher Favorit für die alleinige Ausrichtung 2020 galt, versprach UEFA-Präsident Michel Platini Istanbul, auch nach der Nichtvergabe der Olympischen Spiele, die Finalspiele ausrichten zu dürfen. Am 25. April 2014 teilte der türkische Fußballverband TFF mit, dass man die Kandidatur zur EM 2020 zurückziehe aufgrund einer neuen Bewerbung zur EM 2024.
Vor Beginn des eigentlichen Bewerbungsprozesses zeigten außerdem Interesse an der Austragung des Wettbewerbs:
Die UEFA hat beschlossen, dass alle Mannschaften den Qualifikationswettbewerb zu bestreiten haben. Folglich sind die Mannschaften der 13 Austragungsländer nicht automatisch für die Endrunde qualifiziert. In der Endrunde dürfen pro Gruppe maximal zwei Ausrichterverbände vertreten sein. Zusätzlich soll jeder qualifizierte Ausrichter in der Gruppenphase zwei Heimspiele bestreiten dürfen. In der K.-o.-Phase gibt es kein Recht auf Heimspiele mehr.
Die Qualifikationsspiele zur EM 2020 werden von März bis November 2019 stattfinden. Die Sieger und Zweitplatzierten aller zehn Qualifikationsgruppen qualifizieren sich direkt für die Endrunde. Vier weitere Plätze werden in den Relegationsspielen der UEFA Nations League 2018/19 im März 2020 vergeben.
Die Spielorte wurden am 19. September 2014 bekannt gegeben:
Frankreich 1960 | Spanien 1964 | Italien 1968 | Belgien 1972 | Jugoslawien 1976 | Italien 1980 | Frankreich 1984 | Deutschland 1988 | Schweden 1992 | England 1996 | Niederlande und Belgien 2000 | Portugal 2004 | Österreich und Schweiz 2008 | Polen und Ukraine 2012 | Frankreich 2016 | Europa 2020 | 2024