Detlef Schwefel

Detlef Schwefel (* 21. Juni 1942 in Berlin) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler mit den Schwerpunkten Gesundheitssystemforschung und Entwicklungssoziologie.

Detlef Schwefel studierte 1963–1968 Soziologie und Psychologie an der Freien Universität Berlin. Er promovierte 1973 über Sozialplanung in Entwicklungsländern an der Universität Bremen. Nach seiner Habilitation 1979 wurde er 1986 außerplanmäßiger Professor für Soziologie an der FU Berlin.
Detlef Schwefel begann seine wissenschaftliche Tätigkeit mit sozialwissenschaftlichen Studien in Ecuador und Chile. Danach war er seit 1970 wissenschaftlich und beratend tätig im Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (Berlin). Dort entwickelte er Methoden zur Ermittlung der sozialen Auswirkungen von Projekten, Investitionen und Technologien und zur Analyse des Gesundheitssektors in Entwicklungsländern. Seine Habilitationsschrift resümierte seine Forschungsergebnisse und verknüpfte das Thema Grundbedürfnisse und Entwicklungspolitik mit der sozialwissenschaftlichen Gesundheitsforschung in Deutschland und Europa.
Diesem Thema widmete er sich von 1976 bis 1989 beim Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Köln) und im Institut für Medizinische Informatik und Systemforschung der GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung, späteres GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, heute Helmholtz Zentrum München). Dort gründete und leitete er für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das erste europäische WHO-Kollaborationszentrum für Gesundheitsplanung und Gesundheitsökonomie. Auf der Grundlage seiner Forschungen über Gesundheitssysteme, Gesundheitsberichte und über den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Gesundheit beriet er auch den Europarat über Arbeitslosigkeit und Gesundheit und die Europäische Gemeinschaft über Gesundheitssystemforschung und leitete für sie international vergleichende Studien, z.B. über ökonomische Aspekte von HIV/AIDS.
Danach widmete er sich dem praktischen Gesundheitssystemmanagement und der wissenschaftlichen Politikberatung in Asien und Lateinamerika, vor allem auf den Philippinen und in Guatemala. Seit 2003 engagiert er sich auch in arabischen Ländern, speziell in Syrien und Jemen. Sein spezielles Interesse gilt nunmehr der Finanzierung der Gesundheit und der sozialen Sicherung sowie dem Verhältnis von Gesundheit, Globalisierung und Gerechtigkeit.
Detlef Schwefel lehrte an der Freien Universität Berlin, University of the Philippines in Manila, Boston University und Centre for Strategic Health Studies in Damaskus. Er wurde zu wissenschaftlichen Vorträgen über seine Fachgebiete in mehr als 30 Länder der Welt eingeladen. Über 18 Jahre seines Lebens lebte, forschte und beriet er in bisher 36 Entwicklungsländern.